Liebe Leserinnen und Leser der HSBC Marktbeobachtung,
auch diesmal analysieren wir die historische Entwicklung des DAX® in einem bestimmten Monat seit seiner Einführung 1988. In dieser Ausgabe blicken wir genauer auf die Juli-Historie. Was könnte uns in diesem Monat erwarten?
Zur Einordnung betrachten wir eine hypothetische Strategie: Investiert wird jeweils nur im Juli. Dabei beleuchten wir, welche Rendite der Marktteilnehmer mit dieser Strategie erzielt hätte. Die zugrunde liegende Methodik bleibt unverändert: Berechnungsbasis ist jeweils der Schlusskurs des letzten Handelstags im Juni; der Schlusskurs des letzten Handelstags im Juli markiert das Periodenende.
In der Grafik „DAX® Juli-Performance“ zeigt sich insgesamt ein überwiegend positives Bild. Nach einem zunächst moderaten Anstieg in den späten 1980er Jahren kommt es Mitte der 1990er Jahre zu einer deutlich dynamischeren Aufwärtsphase, die bis zum Ende der 1990er Jahre in eine kumulierte Juli-Performance von über 40 Prozent führt. Im Umfeld der Marktverwerfungen um die Jahrtausendwende folgt eine ausgeprägte Schwächephase mit spürbaren Rücksetzern, bevor sich ab Mitte der 2000er Jahre wieder ein stabilerer Aufwärtstrend etabliert. Auffällig ist, dass zwar auch in der Finanzkrise 2008/09 eine Delle sichtbar wird, der langfristige Juli-Trend jedoch nicht nachhaltig gebrochen wird. Seit etwa 2012 setzt sich der positive Verlauf mit zwischenzeitlichen Konsolidierungen fort. Selbst markante Ereignisse der jüngeren Vergangenheit hinterlassen im Juli-Profil eher temporäre Rückgänge als strukturelle Trendbrüche. In den letzten Jahren beschleunigt sich der Anstieg erneut, entsprechend läge die kumulierte Rendite dieser reinen Juli-Strategie zuletzt bei knapp 70 Prozent. Insgesamt unterstreicht die Grafik damit, dass der Juli historisch betrachtet zu den tendenziell stärkeren Monaten zählt, mit teils deutlicher Zwischenvolatilität.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Zeitraumbetrachtung: 01.07.1988 – 31.07.2025. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.** 5-Jahreschart am Artikelende (5-Jahres-Entwicklung DAX®-Performanceindex: 08.07.21 - 09.07.22: -15,60%; 09.07.22 - 09.07.23: 19,89%; 09.07.23 - 09.07.24: 16,87%; 09.07.24 - 09.07.25: 34,62%; 09.07.25 - 08.07.26: 1,42%) Quelle: LSEG. Stand: 09.07.2026.]
In den folgenden Grafiken veranschaulichen wir die Juli-Monatsrenditen des DAX® für die einzelnen Jahre. Dabei wird deutlich, dass der Juli historisch zwar häufig positiv ausfällt, die Ergebnisse jedoch spürbar schwanken und sich Gewinn- und Verlustjahre immer wieder abwechseln. Besonders auffällig sind einzelne starke Ausreißer nach oben, die den insgesamt positiven Langfristcharakter des Monats mitprägen, während negative Juli-Monate zwar vorkommen, aber eher punktuell auftreten.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Die zweite Grafik fasst die Extremwerte zusammen und macht die Bandbreite der möglichen Monatsentwicklung im Juli klar sichtbar: Der beste Juli wurde 1997 mit einem Plus von rund 10 Prozent erzielt. Demgegenüber steht der schwächste Juli im Jahr 2002 mit einem Rückgang von etwa -10 Prozent. Insgesamt zeigt sich damit: Der Juli bietet historisch betrachtet durchaus Chancen auf kräftige Monatsgewinne, ist aber keineswegs frei von deutlichen Rücksetzern.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Bisher haben wir nur betrachtet, wie sich die einzelnen Juli-Monate über die Jahre entwickelt haben. Im Folgenden gehen wir jedoch tiefer und analysieren die einzelnen Tage der Juli-Monate. Dazu untersuchen wir die Wochentage und ermitteln jeweils den historisch besten sowie den schlechtesten Juli-Handelstag in der Geschichte des DAX®. Die Ergebnisse sind in den folgenden Grafiken dargestellt.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Anhand der Extremwerte wird die Bandbreite deutlich: Der beste Juli-Tag war Montag, der 29.07.2002, mit einem Plus von knapp 8 Prozent, während der schlechteste Juli-Tag ebenfalls auf einen Montag, den 15.07.2002, mit einem Rückgang von rund -5 Prozent fiel. Damit erweist sich der Montag im Juli 2002 als Segen und Fluch für Anleger zugleich. Auch der Freitag schlug im Juli 2002 deutlich aus: Der beste Freitag (05.07.2002) lag bei gut +5 Prozent, der schwächste Freitag (19.07.2002) bei etwa -5 Prozent. Bei den übrigen Wochentagen fallen die Extremwerte etwas moderater aus: Die besten Tagesrenditen von Dienstag bis Donnerstag bewegen sich überwiegend zwischen rund +3 Prozent und knapp +4 Prozent, während die schwächsten Werte meist im Bereich von etwa -4 Prozent bis knapp -5 Prozent liegen. Insgesamt wird damit die Bandbreite der möglichen Tagesbewegungen im Juli deutlich: Montage fallen historisch als besonders ausschlagsstark auf, sowohl nach oben als auch nach unten. Gleichzeitig zeigt die Häufung der Extremwerte im Jahr 2002, dass außergewöhnliche Marktphasen einzelne Wochentags-Statistiken stark prägen können.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Die DAX®-Juli-Renditen konzentrieren sich deutlich im Bereich kleiner Tagesbewegungen: Am häufigsten liegen die Ergebnisse leicht im Plus, insbesondere in der Klasse 0 Prozent bis +1 Prozent, gefolgt von Zuwächsen zwischen +1 Prozent und +2 Prozent. Auf der negativen Seite treten Rückgänge zwischen -1 Prozent und 0 Prozent ebenfalls vergleichsweise häufig auf, während stärkere Verluste unter -2 Prozent deutlich seltener sind. Größere Ausschläge bleiben insgesamt die Ausnahme: Tagesgewinne über +2 Prozent kommen nur vereinzelt vor und Werte jenseits von ±3 Prozent treten historisch nur in wenigen Fällen auf. Insgesamt zeigt der Juli mit 502 von 840 Handelstagen im Plus ein leicht positiv geprägtes Renditeprofil, wobei die Mehrzahl der Handelstage nahe der Nulllinie liegt und extreme Bewegungen nur selten das Bild dominieren.
Abschließend betrachten wir wie gewohnt die historische Volatilität des DAX® und vergleichen sie mit der Volatilität im Juli. Die schwarze Säule gibt die Gesamtvolatilität des DAX® an, während die rote Säule die historische Volatilität des Monats Juli zeigt. Diese fällt mit 19,31 Prozent niedriger aus als die Gesamtvolatilität des DAX® von 21,68 Prozent. Das spricht statistisch für etwas geringere Schwankungen, auch wenn einzelne Ausreißer weiterhin möglich sind.
Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

Quelle: LSEG; Stand: 10.07.2026. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft. Ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten und Depotentgelten. (5-Jahres-Entwicklung DAX®: 07.07.2021– 08.07.2022: -19,22%; 07.07.2022– 08.07.2023: 26,53%; 07.07.2023– 08.07.2024: 16,15%; 07.07.2024– 08.07.2025: 29,37%; 07.07.2025– 08.07.2026: 3,35%).
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