Das Jahr der Allzeithochs - auch 2026?
Trotz aller Turbulenzen lieferten die Finanzmärkte 2025 einen beeindruckenden Höhenflug mit starker Wertentwicklung und zahlreichen Allzeithochs bei DAX® (33 ATHs; +19 %), S&P500® (45 ATHs; +15 %), Nasdaq-100® (40 ATHs; +19 %) und Gold (41 ATHs; +58 %).
Zum Jahresende blicken wir in die große Glaskugel – zum 20. Mal! Wir feiern Jubiläum – 20 Jahre „Technischer Jahresausblick“ und „Daily Trading“! Unser Ziel ist es nicht, eine exakte Punktprognose zu geben, sondern anhand fundierter Technischer Methoden mögliche Szenarien sowie einen Fahrplan für das kommende Börsenjahr aufzuzeigen. Ganz nach Louis Pasteur: „Glück bevorzugt den, der darauf vorbereitet ist.“.
Das Team von HSBC wünscht Ihnen frohe Festtage und einen guten Start in ein erfolgreiches neues Jahr. Bleiben Sie gesund und neugierig!
Ihr Jörg Scherer
Leiter Technische Analyse bei HSBC Deutschland
Der Jahresausblick als Live-Event
Nicht nur in Textform, sondern auch in Form eines Live-Events möchten wir Ihnen den Jahresausblick servieren!
Passend zum Start in das neue Jahr lädt Jörg Scherer traditionell zu einem Live-Webinar der besonderen Art. Freuen Sie sich auf eine Veranstaltung, vollgepackt mit Technischer Analyse. Das Webinar ist selbstverständlich kostenlos und findet über Zoom statt.
Dienstag, 07.01.2026 18:30 - 19:30 Uhr |
Der große Charttechnische Jahresausblick mit Jörg Scherer |
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Teilnehmen |
Die Analysen des Jahresausblicks können Sie ebenfalls in unserer Marktbeobachtungs-App lesen:
Die Marktbeobachtungs-App können Sie hier herunterladen:
| Unsere Marktbeobachtungs-App im App-Store |
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In diesem Artikel erwartet Sie:
- Technische Schlüsselmarken zu Gold, Silber,
Öl und Co.
- Statistiken zum Krisenschutz von Gold
- Ein Fakten-Check über Währungen, die Rendite gekostet haben
- Eine Einschätzung wie weit der Trend noch gehen kann
- Saisonale und zyklische Analysen, die Sie für 2026 kennen sollten
- Ein Einblick in das mögliche Nachholpotenzial von Minentitel
- Die Edelmetalle im Vergleich – Das Gold/Silber-Ratio
Edelmetalle: Nicht das Ende des Trends
„Von Rekord zu Rekord – Ein neuer Trend ist wie ein neues Leben“. Mit diesen beiden Überschriften aus dem letztjährigen Jahresausblick haben wir ins Schwarze getroffen. Die „Headlines“ lieferten dem Goldpreis eine perfekte Steilvorlage, welche das Edelmetall bis Mitte November in 51 neue Allzeithochs (4.381 USD) ummünzen konnte. Mit anderen Worten: Statistisch gelang jede Woche ein neues Rekordlevel. Unter dem Strich konnte der Goldpreis die bereits sehr starke Wertentwicklung des Vorjahres (+27 %) nochmals deutlich in den Schatten stellen. Schließlich steht mit einer Performance von 57 % der beste 12-Monats-Zuwachs der letzten 45 Jahre zu Buche. Da auch das Kursplus in diversen anderen Währungen stimmt, kann sogar von einem „goldenen Champagnerjahrgang“ gesprochen werden. In dieses Bild passt eine weitere Betrachtung: Bisher legte das Edelmetall auf Monatsbasis in zehn Monaten zu. Dem steht lediglich ein Verlustmonat im Juli gegenüber. Alles in allem handelt es sich um die Bilanz eines idealtypischen Bullenmarktes. Anhaltende Notenbank-Käufe bzw. die angespannte geopolitische Lage befeuern den Trend zusätzlich.
Goldpreis Jahresveränderungen

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Versicherungsschutz und wilde Rekordjagd
Goldpreis Jahresveränderungen

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Der Goldpreis wird seinem Ruf als Krisenstabilisator oder gar Krisenprofiteur also wieder einmal gerecht. Da uns die Krisen vermutlich auch in Zukunft nicht ausgehen werden, stellt die „Versicherungseigenschaft“ ein echtes Plus für Anlegerinnen und Anleger dar – insbesondere, wenn im Portfoliokontext mal wieder „ein Platz zum Verstecken“ benötigt wird. Den Versicherungsschutz des Goldpreises können wir sogar mit Zahlen untermauern. Im Jahresverlauf 2025 hatten wir im „HSBC Daily Trading“ analysiert, wie sich das Edelmetall in negativen Aktienquartalen (S&P 500®) entwickelt. Seit den 1970er-Jahren kann der Goldpreis im Durchschnitt um gut 3 % zulegen, wenn die amerikanischen „blue chips“ Kursverluste einfuhren. Wenn Anlegerinnen und Anleger den Versicherungsschutz am dringendsten benötigten, lieferte ihn das Edelmetall tatsächlich. Solche besonderen Auswertungen bauen wir immer wieder in unseren börsentäglichen Newsletter ein. Dank der immer neuen Allzeithochs konnte der Goldpreis sein Rekordlevel bis auf 4.381 USD ausbauen. Unter Risikogesichtspunkten ist für Traderinnen und Trader aber auch die Analyse der „drawdowns“ – also der zwischenzeitlichen Rückschläge von einem markanten Hoch- bis zu einem wichtigen Tiefpunkt – sehr aufschlussreich.
Wenige, moderate Rückschläge
Im zu Ende gehenden Jahr kam es nur zwei Mal zu nennenswerten Kursrückgängen – Ende April bis Mitte Mai sowie im Oktober. Beide „drawdowns“ des Jahres 2025 bewegten sich interessanterweise in einer Größenordnung von 11 %, wobei auch der letztere bereits wieder deutlich eingedämmt werden konnte. Letztlich dokumentiert auch der veränderte Blickwinkel der Risikobetrachtung den lehrbuchmäßigen Haussetrend! „Alles was gut geht, wird im Nachhinein als Strategie erklärt!“ Dieses Zitat von Gerhard Schröder gilt offensichtlich auch für die Strategie hinter unseren letztjährigen Prognosen. Wichtiger als die Rückspiegelbetrachtung ist aber logischerweise, der Blick nach vorne in die „große Glaskugel“ des Jahres 2026. Otto von Bismarck bezeichnete einst „Politik als die Kunst des Möglichen“. Entsprechend können Charts als „Kunst des Wahrscheinlichen“ angesehen werden. Ist es „möglich“ oder gar „wahrscheinlich“, dass sich der Haussetrend der letzten Jahre fortsetzt? Kann der Goldpreis die Bilderbuchperformance des Jahres 2025 nochmals toppen? Folgt nach 2023/24/25 ein viertes Gewinnjahr in Serie? Befindet sich der Goldpreis möglicherweise sogar in einer Phase wie zu Beginn des Jahrtausends als zwölf weiße Jahreskerzen in Serie in die größte Erfolgssträhne der Historie mündeten?
Goldpreis in unterschiedlichen Währungen (Tageschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Jahreschart: Fixstern im TA-Universum
Im Folgenden wollen wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen klaren, nachvollziehbaren Fahrplan für das kommende Jahr – inkl. möglicher Fixpunkte – an die Hand geben. Der alte Bergmannsspruch, wonach es „vor der Hacke dunkel ist“, trifft allerdings auf der Edelmetall- und Rohstoffseite in besonderer Weise zu. Deshalb werden wir unsere Prognosen im Jahresverlauf 2026 immer wieder kritisch hinterfragen. Über eventuelle „Verzögerungen im Betriebsablauf“ oder gar Planabweichungen informieren wir Sie im „HSBC Daily Trading“. Es lohnt sich also, unseren Newsletter regelmäßig zu verfolgen – am besten täglich! Um Licht in das besagte Dunkel zu bringen, starten wir mit der Analyse des Jahrescharts des Goldpreises. Grundsätzlich möchten wir eine Lanze für langfristige Charts und hohe Zeitebenen brechen. Abseits der hektischen Schwankungen im Tagesbereich lassen sich mit Hilfe hoher Zeiteinheiten oftmals die großen Trends identifizieren. Diese Feststellung sollten Sie als flammendes Plädoyer für den Nutzen langfristiger Chartbetrachtungen verstehen! Auf die roten Übergangs- Jahreskerzen von 2021/22 folgten nun schon drei „weiße“ Jahrespendants. Wichtiger als die „nackte“ Farbgebung ist allerdings der höchste Jahresschlusskurs der Historie – ebenfalls zum dritten Mal in Folge (siehe Chart)!
Trend – Konsolidierung – neuer Trend
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Ein Chart besitzt nicht nur eine Preis-, sondern auch eine Zeitachse. Diese Banalität bringt uns zu einem Schlüsselargument der letzten beiden Jahresausblicke, wo wir jeweils explizit über die zeitliche Dimension argumentierten. Doch der Reihe nach: Grundsätzlich gehört es zu den absoluten Basisannahmen der Technischen Analyse, dass sich Trends und Konsolidierungen abwechseln. Im Umkehrschluss legen trendlose Phasen bzw. Verschnaufpausen oftmals den Grundstein für den nächsten Trendimpuls. Für diesen Zusammenhang gilt die Goldpreisentwicklung als absolutes Lehrbuchbeispiel, denn die Haussebewegung des Edelmetalls zu Beginn des Jahrtausends war eine der dynamischsten, die wir in unserer Investmentkarriere erleben durften – festzumachen an 12 weißen Jahreskerzen in Folge. Aber auch die ab 2012 folgende Konsolidierung war eine der heftigsten, die wir kennen (siehe Chart). Eine der Schlüsselfragen der letzten Jahre, ob die beschriebene Geduldsprobe den Grundstein für einen neuen Aufwärtstrend legt, ist dank der Rekordjagd der letzten beiden Jahre eindeutig zu bejahen. Wir halten an dem zeitlichen Argument fest: Nach einer derart langgezogenen Konsolidierung trägt der folgende Trend hoffentlich länger als lediglich zwei Jahre.
Erste Dekade des Jahrtausends als Blaupause?
Charttechnisch spielt dieser Annahme das strategische Konsolidierungsmuster in Form einer riesigen „Untertassenformation“ in die Karten (siehe Chart). Einziger Schönheitsfehler: Das ehemals durchaus sportliche Kursziel – abgeleitet aus der Tiefe des zwischenzeitlichen Einschnittes – hat der Goldpreis in Rekordtempo längst abgearbeitet. Deshalb bemühen wir einen Umweg: Zu Beginn des Jahrtausends stieg der Goldpreis von 255 USD auf 1.920 USD im Jahr 2011. Wenn man das Low aus 2015 bei 1.046 USD als Startpunkt der laufenden Edelmetallrally definiert, dann deutet das Kursplus von rund 390 % eher auf die Mitte des Trends hin. Zumindest ist eine Performance wie in der 1. Dekade des Jahrtausends von 750 % derzeit (noch) Wunschdenken. Den Gedankengang „von der Mitte des Trends“ greifen wir später noch einmal auf. Während sowohl die zeitliche Dimension als auch die prozentualen Verhältnisse auf „mehr“ hoffen lassen, signalisiert der dritte Rekordjahresschlusskurs in Serie einen absolut intakten Aufwärtstrend. Jenseits des bisherigen Rekordstandes von 4.381 USD definiert ein Fibonacci-Projektions-Level (4.614 USD) einen der wenigen verbliebenden Widerstände.
Goldpreis (Jahreschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
RSI: höchster Stand seit 1973!
Goldpreis (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Selten haben wir die höchste aller Zeitebenen so intensiv diskutiert wie in diesem Jahr. Hier ist der Haussetrend intakt, während sich beim Herunterbrechen der Zeitebene durchaus auch Risse im Gesamtbild zeigen. So steht auf Quartalsbasis inzwischen eine Kerze mit markantem Docht zu Buche. Das ist das Stichwort, denn im Monatsbereich ergibt sich mittlerweile ein sog. „shooting star“. Der Docht dieses Candlestickmusters zeugt zumindest von einem nachlassenden Aufwärtsmomentum. Interessanterweise vollzieht sich die gesamte Kursaktivität im November innerhalb der Hoch-Tief-Spanne des Vormonats, sodass zusätzlich ein Innenstab entsteht (siehe Chart). Nach unten aufgelöst wäre dieses Kerzenmuster bei einem Abgleiten unter die Marke von 3.900 USD. Da bei einer negativen Weichenstellung auch auf Point & Figure-Basis ein Ausstiegssignal entstünde, ist dieses Level als Absicherung auf der Unterseite prädestiniert. Die alte Ausbruchszone bei 3.500/3.450 USD bildet einen weiteren wichtigen Rückzugsbereich. Die Notwendigkeit, sich verstärkt mit der Unterseite auseinanderzusetzen, unterstreicht z. B. auch der RSI. Schließlich notiert der Oszillator mit einem Wert von 92 auf dem höchsten Stand seit 1973! Überkauft, überkaufter, Goldpreis!
GD 200: Abstand historisch groß
André Kostolany prägte, wenn er über Wirtschaft und Börse sprach, das Bild von Hund und Herrchen. Mal läuft der eine vor, mal der andere. Letztlich sind beide aber doch durch die Leine miteinander verbunden und können sich nicht beliebig voneinander entfernen. Als Leine im charttechnischen Sinn dienen oftmals gleitende Durchschnitte. Auf Wochenbasis verläuft der Durchschnitt der letzten 200 Wochen aktuell bei 2.368 USD. In der Spitze notierte der Goldpreis somit über 80 % oberhalb seiner langfristigen Glättung. Ähnlich weit vom Mittelwert hatte sich die Goldpreisnotierung lediglich zum Zeitpunkt der Hochs von 2006, 2008 und 2011 entfernt. Damals folgten jeweils deutliche Preiskorrekturen bzw. im letzten Fall sogar eine fast zehn Jahre andauernde Dürreperiode. In dieser Gemengelage macht es vermutlich wenig Sinn der Goldpreisrally blind hinterher zu laufen. Vielmehr gilt es im neuen Jahr, geduldig auf sich bietenden Chancen zu warten. Dabei sollten Anlegerinnen und Anleger ein bekanntes Zitat von Leo Tolstoj im Hinterkopf behalten: „alles nimmt ein gutes Ende für den, der warten kann!“
Goldpreis (Wochenchart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Dieses Verhaltensmuster sollten Sie kennen!
Gold in EUR (Wochenchart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Traditionell analysieren wir im Jahresausblick auch den Goldpreis in EUR, d. h. wie sich die Entwicklung des Edelmetalls aus der Sicht eines heimischen Investors gestaltet. Auf Eurobasis fällt der Kurszuwachs mit rund 37 % im oben angeführten Währungsvergleich am schwächsten aus. Der zwischenzeitlich zum US-Dollar wiedererstarkte Euro hat also 2025 Performance gekostet. Dennoch steht auch hier mit 3.769 EUR ein neues Allzeithoch zu Buche. Seither unterbricht eine Konsolidierung den Fabellauf der letzten Monate. Das Korrekturtief von Ende Oktober (3.369 EUR) definiert in Zukunft eine erste Unterstützung. Von strategischer Tragweite ist aber vor allem die Kombination aus dem alten Allzeithoch vom April bei 3.080 EUR und der 38-Wochen-Linie (akt. bei 3.050 EUR). Diese Bastion bietet sich 2026 als „worst case“-Rückzugsbereich an. Interessant ist noch ein Verhaltensmuster der letzten Jahre, in denen die Goldpreisentwicklung in EUR oftmals treppenartig verlief. Auf Konsolidierungen folgte regelmäßig der nächste Kursschub. Aktuell findet also möglicherweise ein gesundes Kräftesammeln statt. Die Analyse des Goldpreises in EUR sorgt häufig für einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn. Deshalb lohnt sich dieser Perspektivwechsel auch unterjährig.
Saisonalität: Zwei starke Phasen getrennt durch eine Durststrecke
Bei unserem großen, technischen Jahresausblick darf der Blick auf die zyklischen bzw. saisonalen Rahmenbedingungen nicht fehlen. Angelehnt an den US-Präsidentschaftszyklus wollen wir unter die Lupe nehmen, wie sich der Goldpreis typischerweise in Zwischenwahljahren der USA schlägt. Um es vorwegzunehmen: Der durchschnittliche Verlauf aller US-Zwischenwahljahre seit 1974 hat mit einem Kursplus von 15 % einiges zu bieten. Allerdings warnen wir an dieser Stelle stets davor, diese Performance eins zu eins auf das neue Jahr 2026 zu übertragen. Vielmehr liefert der „seasonal Chart“ Hinweise darauf, wann Anlegerinnen und Anleger mit saisonalem Rückenwind rechnen können bzw. wann der Wind auch mal von vorne kommt. In das kommende Zwischenwahljahr startet das Edelmetall typischerweise sehr dynamisch, wobei die Goldrally bis in den Mai anhält (siehe Chart). Danach schließt sich bis zum Halbjahreswechsel eine Korrektur an, ehe ab Juli die saisonal beste Phase des Jahres einsetzt. Dieser zweite Aufwärtsimpuls hält bis zum Jahresultimo an und wird lediglich von einer Seitwärtsphase im Oktober/November unterbrochen. Die saisonalen Vorgaben für 2026 untermauern also den vorliegenden Basisaufwärtstrend des Edel metalls.
Gold in US-Zwischenwahljahren

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Goldener Teilzyklus?
Der angestellte Verlaufsvergleich besitzt aber noch eine weitere Dimension. Wenn Investorinnen und Investoren über den Tellerrand hinausblicken und bereits jetzt das übernächste Jahr 2027 ins Kalkül miteinbeziehen, dann gilt es, ein für den Goldpreis ebenfalls sehr konstruktiv ausfallendes Vorwahljahr im Hinterkopf zu behalten. Innerhalb des vier Jahre umspannenden US-Präsidentschaftszyklus stellen das anstehende Zwischenwahl- und das kommende Vorwahljahr die beiden besten Teilabschnitte dar. Gemessen an den durchschnittlichen Verläufen seit Beginn der 1970er-Jahre hat das Edelmetall nun also gewissermaßen die „goldene“ Hälfte des Präsidentschaftszyklus vor der Brust. Letzteres belegen auch die „nackten“ Zahlen. So liegt das Kursplus in diesen beiden Jahren mit 33 % deutlich über den historischen Vergleichsmaßstäben. Darüber hinaus weiß die Wahrscheinlichkeit für steigende Goldnotierungen ebenfalls zu überzeugen. In der Konsequenz ist der Faktor „Saisonalität“ freundlich zu interpretieren. Die Goldrally könnte entsprechend noch ein gutes Stück weitertragen, sodass das Edelmetall das Ende der Fahnenstange anscheinend noch nicht erreicht hat.
Gold/Silber-Ratio: Schlägt die Stunde des Silberpreises?
Gold/Silber-Ratio (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Nach den saisonalen Überlegungen wollen wir im nächsten Schritt eine relative anstellen: Der Blick auf den Ratio-Chart zwischen dem Gold- und dem Silberpreis ist aktuell besonders spannend, denn aktuell steht das in den letzten Jahren immer wieder diskutierte Schlüssellevel von 80 zur Disposition. Zur grundsätzlichen Erklärung: Der Wert bedeutet, dass 80 Unzen Silber nötig sind, um eine Unze Gold zu erwerben. Gemessen an der Kurshistorie der letzten 35 Jahre ist das „Gold des kleinen Mannes“ weiterhin günstig bewertet. Charttechnisch kommen zwei wichtige Aspekte hinzu. Zum einen „wackelt“ die Kreuzunterstützung aus dem Aufwärtstrend seit Anfang 2021 und den beschriebenen horizontalen Marken bei 80. Zum anderen würde ein Abgleiten unter die Tiefs von Ende 2022 und Mai 2024 bei 77/76 eine Topformation vervollständigen (siehe Chart). Letzteres definieren wir als Startsignal für einen nachhaltigen Trendwechsel und als Grundstein für eine relative Silber- Outperformance. Solche Phasen „pro Silber“ sind oftmals nur temporär, fallen dafür aber regelmäßig schnell und dynamisch aus. Der aktuelle Verhältniswert von 80 besitzt aber noch einen Timing-Aspekt: Die Marktwendepunkte von 2011 sowie der 1980er-Jahre gingen mit Ratio-Werten in den tiefen 30ern einher.
Den ultimativen Deckel endlich gelüftet
Von einem vergleichbaren Extremwert ist das Gold/Silber- Ratio aktuell noch meilenweit entfernt. Im Umkehrschluss liefert der Verhältnischart also ein Argument in Sachen „Trendfortsetzung“. Das gerade diskutierte Gold/Silber- Ratio ist die perfekte Überleitung zur Analyse des „Gold des kleinen Mannes“. Auch hier starten wir – fast schon traditionell – mit dem Jahreschart. Schließlich „lehren die Jahre viel, was die Tage niemals wissen!“ Ein ganz wichtiger Katalysator war in diesem Kontext der Spurt über die Widerstände bei 30 USD. Dieser „ultimative Deckel“ spielte nicht nur in der jüngeren Vergangenheit eine wichtige Rolle, sondern bereits in den Jahren 2010 bis 2013. Dank dieses Befreiungsschlags winkt dem Edelmetall eine Jahresperformance im Bereich des absoluten Rekordjahres von 2010 (+83 %). Während der höchste Jahresschlusskurs der Historie damit „sicher“ erscheint, wäre ein Closing oberhalb des alten Allzeithochs aus dem Jahr 2011 bei 49,51 USD ein echtes charttechnisches Ausrufezeichen. Eine Fibonacci-Projektion des Rückschlags von 2021/22 (50,26 USD) lässt hier sogar eine wichtige Haltezone entstehen. Unter strategischen Gesichtspunkten gilt es vor allem, das Oktobertief bei 45,51 USD nicht mehr zu unterschreiten.
Silberpreis (Jahreschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Déjà-vu: Erneute Untertasse?
Silberpreis (Monatscahrt)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Silberpreis (Wochenchart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Ein Schlusskurs oberhalb des ehemaligen Rekordstandes wäre sogar doppelt bedeutsam. Doch der Reihe nach: Vor Jahresfrist diskutierten wir das Szenario „kleine Untertasse, große Untertasse“. Gemeint war einerseits die Kursentwicklung seit 2020 und anderseits das längerfristige Pendant der letzten 13 Jahre, welche zusammen ein „doppeltes Untertassenmuster“ bildeten. Aus dieser zweifachen Steilvorlage hat der Silberpreis 2025 lehrbuchmäßig Kapital schlagen können. „Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich!“ Deshalb ist das Thema „Untertasse“ auch dieses Jahr ein entscheidendes: Dank des Vorstoßes in „uncharted territory“ kann die gesamte Kursentwicklung seit 2011 als noch viel größere Untertassenformation interpretiert werden (siehe Chart). Die jüngste Atempause lässt zudem eine Schiebezone zwischen dem Korrekturtief bei 45,51 USD und den historischen Rekordständen bei 54,38/54,47 USD entstehen. Ein neues Allzeithoch würde deshalb die Tradingrange nach oben auflösen und ein rechnerisches Anschlusspotenzial bis gut 63 USD freisetzen. Auf dem Weg in diese Region definieren zwei Fibonacci-Projektionen (57,89/60,01 USD) zwei der wenigen verbliebenen Etappenziele.
Minentitel: Aufgestautes Nachholpotenzial…
Philadelphia Gold-/Silver Index (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
… mit dieser Überschrift haben wir im vergangenen Jahr in Bezug auf den Philadelphia Gold-/Silver Index absolut ins Schwarze getroffen. Eine Wertentwicklung von +120 % liefert in diesem Zusammenhang einen eindrucksvollen Beleg. Die Gretchenfrage ist nun, ob 2025 erst der Anfang war und die Minentitel damit weiteres Nachholpotenzial besitzen. Charttechnisch stimmt die Ausgangslage weiterhin. Schließlich gelang im zu Ende gehenden Jahr endlich der Spurt über die Hochpunkte von 2010 und 2011 bei 230/233 Punkten. Nebeneffekt der neuen Rekordstände ist, dass der Philadelphia Gold-/ Silver Index oberhalb zweier wichtiger Trendlinien (akt. bei 269/253 Punkten) notiert. Da es einen Rückfall unter diese Trends unbedingt zu verhindern gilt, haben wir auf diesem Weg schon eine wichtige Stopp-Zone für 2026 definiert. Wenn Anlegerinnen und Anleger die Kursentwicklung in diesem Jahrtausend zudem als riesige Schiebezone zwischen 40 und 230 Punkten interpretieren, dann ergibt sich daraus auf der Oberseite sogar ein langfristiges Kursziel im Bereich von 420 Punkten. Zwei Fibonacci-Projektionen aus der gesamten Abwärtsbewegung von 2010 bis 2016 bei 307/353 Punkten stecken dabei zwei wichtige Etappenziele ab.
Ratio-Charts: Wichtige Timing-Komponente
Ratio-Chart Philadelphia Gold-/Silver Index vs Goldpreis (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Ratio-Chart Philadelphia Gold-/Silver Index vs S&P 500® (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Wie versprochen greifen wir den Gedanken von der „Mitte des Trends“ nochmals auf. Möglicherweise liefern die Ratio-Charts des Philadelphia Gold-/Silver Index im Vergleich zum nackten Goldpreis bzw. zum S&P 500® in diesem Zusammenhang eine wichtige Orientierungshilfe. Beide Verhältnischarts dürften die Herzen von antizyklischen Investorinnen und Investoren unverändert höherschlagen lassen. Schließlich signalisieren beide eine lange Phase der Underperformance der Minentitel und gleichzeitig jeweils aber auch ausgeprägte Bodenbildungsperioden. Es fehlt jeweils nur noch ein kleiner Zündfunke und der Spurt über die Hochs von 2016/2020 (Aktien) bzw. 2014/16/20/21 (Goldpreis) vervollständigt jeweils langfristige untere Umkehrformationen (siehe Chart). Vor diesem Hintergrund definieren wir diesen Befreiungsschlag als wichtigen Taktgeber: Eine langfristige Trendwende liefert gleichzeitig ein wichtiges Argument für eine Fortsetzung des Trends und somit für die Fortsetzung des Comebacks der Minentitel. Relative Trends sind oftmals stabiler und tragen regelmäßig weiter als sich das Anlegerinnen und Anleger zunächst vorstellen können. Letzteres sollten Sie als flammendes Plädoyer verstehen, im Jahr 2026 immer wieder auch relative Überlegungen anzustellen.
Palladium: Der Charme der hohen Zeitebene
Der Edelmetallbereich hat allerdings auch jenseits von Gold und Silber einiges zu bieten. Hervorheben möchten wir an dieser Stelle den Kursverlauf des Palladiumpreises, wo insbesondere die hohen Zeitebenen einen besonderen Charme versprühen: Nach der Stabilisierung auf Basis der Kumulationszone aus den horizontalen Marken der letzten 14 Jahre zwischen rund 910 USD und knapp 850 USD sowie einem Fibonacci-Retracement (932 USD) gelangen dem Edelmetall mit der Rückeroberung der 200-Monats- Linie (akt. bei 1.106 USD) und dem Spurt über die Hochs vom Oktober 2024/Dezember 2023 bei 1.245 USD zwei ganz entscheidende charttechnische Ausrufezeichen. Vor allem letzteres vervollständigt eine strategische Umkehr, deren Kursziel sich perspektivisch auf rund 1.645 USD veranschlagen lässt. Untermauert wird die grundsätzliche Gezeitenwende durch den Jahreschart. Nach vier Verlustjahren in Folge entsteht in der höchsten aller Zeitebenen vermutlich ein konstruktives Candlestickmuster in Form eines sog. „bullish engulfing“. Als Stop-Loss können Anlegerinnen und Anleger die Nackenlinie der angeführten Bodenbildung bei 1.245 USD heranziehen. Da der Platinpreis ebenfalls eine langfristige Bodenbildung komplettiert und zudem „zwei inside years“ aufgelöst hat, ist die Edelmetall-Rally durchaus „breiter“
Palladium (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
CRB: Zwei Trigger und ein neuer Deckel
CRB Total Return Index (Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Eine breite Basis der Rohstoff-Hausse stellt die perfekte Überleitung zum CRB TR Index dar. Vor Jahresfrist sorgte die Flaggenkonsolidierung von Mitte 2022 bis zum Frühjahr 2024 für konstruktive Rahmenbedingungen, sodass wir den Spurt über die Hochs von 2024 und 2022 bei 351 Punkten als wichtigen Katalysator definierten. Wenngleich das Rohstoffbarometer zuletzt nur noch auf der Stelle trat, gelang unter dem Strich doch der doppelte Ausbruch. Langfristig lässt sich aus der Höhe der angeführten Flagge sogar ein Wiedersehen mit dem historischen Hoch aus dem Jahr 2008 bei 471 Punkten rechtfertigen. Ein neues Mehrjahreshoch oberhalb der Hochpunkte des Jahres 2025 bei 383/386 Punkten würde der grundsätzlichen Aufwärtstendenz nochmals Nachdruck verleihen. Aber auch unter Risikogesichtspunkten liefert der aktuelle Kursverlauf eine wichtige Orientierungshilfe. So bildet die Ausbruchszone bei 351/340 Punkten einen markanten horizontalen Rückzugsbereich. Knapp darunter verläuft zudem die 38-Monats-Linie (akt. bei 332 Punkten) und bildet so etwas wie den strategischen „Katastrophen-Stopp 2026“. Übergeordnet finden Anlegerinnen und Anleger im Rohstoffbereich spannende Diversifikationsmöglichkeiten, um ihre Depots insgesamt stressresistenter aufzustellen.
Ölpreis: Diese Marken sollten Sie 2026 auf dem Radarschirm haben
Unter antizyklischen Gesichtspunkten könnte sich ein Blick auf den Ölpreis wieder verstärkt auszahlen. Schließlich ist der Ölsektor derzeit sehr unbeliebt, um nicht zu sagen aus dem öffentlichen Rampenlicht verschwunden. Das dritte Verlustjahr in Serie zeugt von der schwierigen Marktphase, welche das „schwarze Gold“ derzeit durchläuft. Im Verlauf des Abwärtstrends seit April 2024 (Begrenzungen akt. bei 54,63 USD bzw. 74,89 USD) hat der Ölpreis zuletzt eine wichtige Haltezone bei 60,04/59,54 USD ausgelotet. Zusammen mit einem Fibonacci-Retracement (58,23 USD) entsteht hier eine Kernunterstützungszone, welche es in Zukunft nicht mehr zu unterschreiten gilt. Auf der Oberseite messen wir dagegen dem Durchschnitt der letzten 90 Monate (akt. bei 72,77 USD) sowie dem o. g. Abwärtstrend seit 2024 eine Schlüsselrolle zu. Um dem Ölpreis neues Leben einzuhauchen und eine nachhaltige Erholungsperspektive zu geben, bedarf es eines Sprungs über diese beiden Hürden. Dringender charttechnischer Handlungsbedarf ergibt sich erst im Ausbruchsfall, was wir sicherlich im „HSBC Daily Trading“ unterjährig kommentieren werden. Größere Ölpreisschwankungen zählen zu den potenziellen Überraschungen des Investmentjahrgangs 2026.
Ölpreis (Brent; Monatschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Ablaufplan Zwanzig-Sechsundzwanzig
Goldpreis Ablaufplan 2026

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Silberpreis Jahresfahrplan 2026

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 26.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
„Erkläre die Vergangenheit, erkenne die Gegenwart, sage die Zukunft voraus!“ Dieser hippokratische Anspruch gilt natürlich auch für Technische Analysten – gerade bei der Erstellung des Jahresausblicks. Obwohl der Goldpreis mit dem Allzeithoch (4.381 USD) viele Rekorde geknackt und den zweiten Fabeljahrgang in Folge ausgebildet hat, ist der zugrundeliegende Aufwärtstrend absolut intakt. Deshalb gilt unverändert das klassische „the trend is your friend“. Außerdem bietet das Edelmetall eine Versicherung gegen noch größere Krisen! Mehr Charme besitzt derzeit der Silberpreis, denn nach dem doppelten „Untertassen- Szenario“ aus dem Vorjahr sorgt jetzt eine noch viel größere Untertasse für Rückenwind. Deshalb winken perspektivisch sogar Silbernotierungen jenseits der Marke von 60 USD. Als „Kirsche auf der Torte“ winkt beiden Edelmetallen zudem der höchste Jahresschlusskurs der Historie, wobei die Rally im Rohstoffsektor z. B. dank der Bodenbildungen bei Platin bzw. Palladium deutlich an Breite gewonnen hat. „Erfahrung ist die Summe aller Irrtümer.“ Auch im neuen Jahr werden einige neue Irrtümer hinzukommen. Mit einem gesunden Maß an Selbstreflektion werden wir unseren Fahrplan deshalb regelmäßig mit den tatsächlichen 2026er-Realitäten ab - gleichen. Die Feinjustierung der entscheidenden Trends nehmen wir unterjährig im „HSBC Daily Trading“, in unseren Webinaren oder auf Instagram vor – versprochen.
5-Jahreschart: Gold
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Gold in EUR
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Silber
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Philadelphia Gold-/Silver Index
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: CRB Total Return Index
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Ölpreis Brent
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Palladium
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 26.11.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
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In diesem Artikel erwartet Sie:
- Technische Schlüsselmarken zum Dow Jones®,
S&P 500®, DAX® und Co.
- Statistiken zu besonderen Chartmustern mit Signalwirkung
- Saisonale Chartverläufe, die Sie für 2026 kennen sollten
- Der Dekaden- und Präsidentenwahlzyklus statistisch ausgewertet
- Die Marktbreite und Indikatorenlage der verschiedensten Aktienmärkte
- Ein Fakten-Check über die Aktienquote, US-Marktkapitalisierung und
kreditfinanzierte Aktienkäufe
... zum Mond oder in den Risiko-Orbit?
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
das zu Ende gehende Jahr war in vielerlei Hinsicht ein herausforderndes: Schon seit vier Jahren herrscht Krieg in der Ukraine und auch der Nahe Osten bleibt ein militärischer Krisenherd. Ökonomisch gibt es ebenfalls jede Menge Stolpersteine. Zunächst sind dabei die weltweiten Handelskonflikte, immer neue Zölle und der rekordverdächtige US-Shutdown zu nennen. Aber auch der AI-Boom zieht eine immer stärkere Konzentration am Aktienmarkt nach sich. So erreichte Nvidia im Jahresverlauf eine Marktkapitalisierung von über 5 Billionen USD. „The winner takes it all“ – wie lange noch? Fast schon vergessen scheint aus heutiger Sicht die Schwäche des US-Dollars (-10 %) im 1. Halbjahr 2025. Aufgrund dieser Faktoren fällt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland schwach aus. Wenngleich das dritte Rezessionsjahr in Folge vermutlich knapp abgewendet werden kann, werden hierzulande tiefgreifende Probleme wie „hohe Energiekosten“ oder gar „Deindustrialisierung“ diskutiert. All diesen Faktoren zum Trotz war 2025 ein gutes Aktienjahr mit Kursgewinnen von 19 Prozent (DAX®), 16 Pro zent (S&P 500®) und 21 Prozent (Nasdaq-100®). Zu einem stressfreien Investmentjahrgang zählt aber auch eine hohe Anzahl an positiven Handelstagen, die aktuell noch ausbaufähig ist (siehe Chart).
Dow Jones® - Anzahl pos. Handelstage p.a. seit 1915

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Wissen Sie, wie viele Allzeithochs stehen?
Wie gut das Jahr 2025 tatsächlich war, bringt aber vor allem eine andere Auswertung auf den Punkt. So gelangen dem DAX® im bisherigen Jahresverlauf insgesamt 33 neue Allzeithochs. Jenseits des Atlantiks stehen für den S&P 500® sogar 45 neue Rekordstände zu Buche. Die amerikanischen Standardwerte haben statistisch gesehen also fast jede Woche einen Vorstoß in „uncharted territory“ vollzogen. Damit stehen die vergangenen zwölf Monate dem Fabeljahrgang 2024 kaum nach. Vor diesem Hintergrund verblasst das schwache 1. Quartal in den USA und der damalige „drawdown“. Vielmehr erinnert uns die Entwicklung 2025 an ein Zitat von Morgan Housel, wonach „alle vergangenen Rückschläge als Chance erscheinen, während alle zukünftigen Rückschläge ein Risiko darstellen“. Für die letzten beiden Jahre hat er absolut recht, denn jede Korrektur war letztlich eine Einstiegsgelegenheit. Bekanntermaßen zählt ein neues Allzeithoch zu den besten Signalen der Technischen Analyse überhaupt. Entsprechend verharrt die Diskrepanz zwischen der fundamentalen Ausgangslage auf der einen und den puren Charts auf der anderen Seite auf einem extrem hohen Niveau. Hält diese Abkopplung 2026 an? In der Konsequenz dürfte der Informationsbedarf auf Investorenseite stärker ausgeprägt sein denn je!
20. Jubiläum: Prognosetreffer sind Anspruch und Ansporn zugleich
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Dem Anlegerwunsch nach Orientierung im Finanzdschungel tragen wir seitens der HSBC mit unserem großen „Technischen Jahresausblick“ Rechnung. 2026 feiern wir Jubiläum – die aktuelle Ausgabe ist die 20. ihrer Art! Der Blick in die viel zitierte „Glaskugel“ ist also zu einer liebgewonnenen Tradition geworden. Müssen Anlegerinnen und Anleger 2026 mit neuen Herausforderungen rechnen? Stehlen die KI-Titel dem Rest des Aktienmarkts weiterhin die Show? Wo lauern im neuen Jahr die größten Überraschungspotenziale? Wo die größten Gefahrenherde? Bei der Beantwortung der drängendsten Fragen lesen wir ausdrücklich ein wenig „Kaffeesatz“. Das Rückgrat unseres Jahresausblicks bilden aber anerkannte Verfahren der Technischen Analyse. Freuen Sie sich darauf! Die Prognosetreffer der letzten Jahre sind uns dabei Anspruch und Ansporn zugleich. „Krisenpropheten sind wie stehengebliebene Uhren. Sie gehen fast immer falsch. Doch zwei Mal am Tag zeigen sie die richtige Uhrzeit!“ Daueroptimisten liegen zwar öfter richtig, aber auch mal daneben. So gestaltet sich die gegenwärtige Gemengelage zum Jahreswechsel 2025/26 durchaus als „zweischneidiges Schwert“ – zumindest mit Blick auf die Mehrheit der „nackten Charts“.
Die großen strategischen Leitplanken...
Zur Verdeutlichung und als argumentativen Einstieg in unseren Jahresausblick wählen wir den Jahreschart des Dow Jones® und setzen damit unsere Tradition der Analyse sehr hoher Zeitebenen fort. Dadurch lassen sich oftmals die großen Trends identifizieren, welche Investorinnen und Investoren im hektischen Tagesgeschäft manchmal aus den Augen verlieren. Auf Jahresbasis stehen mittlerweile drei weiße Kerzen in Folge zu Buche. Seit insgesamt sieben Jahren beschäftigen sich die amerikanischen Standardwerte zudem intensiv mit einer ultra-langfristigen Trendlinie (siehe Chart). Gemeint ist der Trend, welcher die Hochpunkte von 1929 und vom Jahrtausendwechsel 1999/2000 verbindet und ab Januar bei 42.549 Punkten verlaufen wird. Der Dow Jones® notiert aktuell also oberhalb dieser Trendlinie und hat deshalb eine Trenddynamisierung vollzogen. So lässt sich mittlerweile ein steilerer Aufwärtstrendkanal konstruieren, dessen obere Begrenzung aktuell bei 52.474 Punkten verläuft. Ein erster Hinweis auf möglicherweise noch vorhandene Renditepotenziale. Mithilfe der Technischen Analyse lassen sich allerdings nicht nur die Renditeziele, sondern auch wichtige Stresslevel herausarbeiten. Letzteres ist regelmäßig sogar viel, viel wichtiger!
Dow Jones® (Jahreschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
... und zwei Katastrophenstopps
S&P 500® (Jahreschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Vorbereitet zu sein, die kritischen Niveaus auf der Unterseite zu kennen, deren Unterschreiten ein Umdenken erfordert, das stellt einen elementaren Mehrwert der Charttechnik dar. Konkret möchten wir in diesem Kontext nochmals auf die oben genannte langfristige Trendlinie seit 1929 zurückkommen. Zukünftig müssen die Bullen die beschriebene Dynamisierung jeden Tag bestätigen. Entsprechend gilt es, einen Rückfall unter diese Trendlinie, welche im neuen Jahr bis auf 42.549 Punkte ansteigen wird, unbedingt zu verhindern. Unter Risikogesichtspunkten haben wir damit eine erste Schlüsselhaltezone für Ihr 2026er-Stammbuch herausgearbeitet. Beim Schwenk in Richtung S&P 500® sticht die Marke von 4.800 Punkten ins Auge. In jedem der letzten fünf Jahre hat sich das Aktienbarometer mit diesem Level auseinandergesetzt. Der lehrbuchmäßige Pullback an die 4.800er-Ausbruchsmarke im April 2025 sowie die markante Lunte der jüngsten Jahreskerze unterstreichen nochmals die Bedeutung der angeführten Bastion. Charttechnisch ist damit eine „große Sollbruchstelle“ und der „Katastrophenstopp 2026“ definiert, denn über den Märkten schwebt nach drei Jahren Kursrally auch das Damoklesschwert des alten Goethe-Zitats: „Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben!“
Dow Jones®: Besondere Kerze, besondere Signalwirkung?
An dieser Stelle müssen wir nochmals auf den Dow Jones® zurückkommen, denn die aktuelle Jahreskerze ist eine ganz besondere: So verfügt die Kerze des zu Ende gehenden Jahres über ein höheres Hoch (48.432 Punkte) und ein tieferes Tief (36.612 Punkte) als das Vorjahrespendant. Da die Leitplanken von 2024 gesprengt werden, liegt ein sogenanntes outside year vor (siehe Chart). Grundsätzlich legt dieses besondere Kursmuster eine prozyklische Positionierung im Ausbruchsfall nahe, womit wir wieder bei den strategischen Stellschrauben wären. Das besondere Phänomen „Außenstab auf Jahresbasis“ lässt sich sehr gut statistisch überprüfen. Um gar nicht erst einen Spannungsbogen aufzubauen: In der historischen Rückspiegelbetrachtung macht das „outside year“ Mut. Seit 1897 kam es beim Dow Jones® zu elf solcher Außenstäbe. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent brachten die folgenden zwölf Monate weitere Anschlussgewinne. Der durchschnittliche Zuwachs fällt mit gut 13 Prozent mehr wie doppelt so hoch wie der Mittelwert über die letzten 120 Jahre aus. Letztmalig kam es 2022 zu diesem besonderen Kursmuster, auf welches dann auch tatsächlich eine starke Wertentwicklung in 2023 folgte. Die anderen US-Standardindizes haben aufgrund eines fehlenden tieferen Tiefs kein „outside year“ ausgeprägt.
Dow Jones® - Außenstab (Jahreschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
DAX® mit drittem Fabeljahrgang in Folge
DAX® (Jahreschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Damit kommen wir nach Deutschland: Obwohl der DAX® sowohl bei der Aufwärtsdynamik seit Herbst 2022 als auch bei der Anzahl neuer Rekordstände nicht ganz mit den US-Pendants Schritt halten konnte, so fielen die letzten drei Jahre doch auch hierzulande sehr, sehr gut aus. Aus Sicht der Candlestickanalyse schlägt sich diese Entwicklung in dynamischen „weißen Jahreskerzen“ ohne nennenswerte obere Schatten nieder. Im zu Ende gehenden Jahr gelang zudem der Spurt über die Trendlinie (im Januar bei 22.354 Punkten), welche die Hochs von 2007 und 2015 verbindet (siehe Chart). Per Saldo hat also auch in „good old Germany“ eine Trenddynamisierung stattgefunden. Unter Risikogesichtspunkten gilt es, einen Rückfall unter die angeführte Aufwärtstrendlinie unbedingt zu verhindern. Da eine negative Weichenstellung größeres charttechnisches Ungemach nach sich ziehen könnte, bietet sich dieses Level als strategischer Stopp an. Solange der DAX® oberhalb dieser Trendlinie notiert, gilt „im Zweifel für den Angeklagten“. Neue Aufwärtsdynamik nach Norden dürfte dagegen erst bei einem Spurt über die horizontalen Hochpunkte bei 24.600/24.700 Punkten aufkommen. Dazu später mehr.
Historisch herausragende Jahre - folgen in Zukunft magere?
Per Saldo ist die Wertentwicklung seit 2009 fast zu schön, um wahr zu sein. Schließlich verdoppelt sich der Indexstand bei einer Wachstumsrate von 12,5 Prozent alle sechs Jahre. Nach zehn Jahren steht bereits mehr als eine Verdreifachung zu Buche. Auch die letzten drei Jahre seit dem S&P 500®-Tief vom Herbst 2022 fallen mit einem Plus von knapp 100 Prozent herausragend aus. Insgesamt sollten Sie sich deshalb davor hüten, den Anstiegswinkel der letzten Jahre für „bare Münze“ zu nehmen und die Erwartungshaltung der letzten Jahre einfach fortzuschreiben. Wenn Anlegerinnen und Anleger für den Rest der Dekade den gleichen Anstiegswinkel – sprich einen Kursertrag von 12,5 Prozent p. a. – unterstellen, dann stünde der S&P 500® Ende 2029 bei einem Indexstand von knapp 11.000 Punkten. Im Technologiebereich fällt das Zahlenspiel noch wesentlich extremer aus. So summiert sich das Kursplus seit 2009 beim Nasdaq-100® sogar auf fast 20 Prozent p.a. Inwieweit eine Fortsetzung des Sprints der letzten Jahre realistisch ist, muss jede Marktteilnehmerin und jeder Marktteilnehmer mit sich selbst ausmachen. Ungeachtet möglicher charttechnischer Weichenstellungen dürften in Zukunft „kleinere Brötchen“ gebacken werden. Deshalb gehen wir in der nächsten Dekade von deutlich geringeren Aktienerträgen aus.
Bleiben Sie realistisch: Keine übertriebenen Renditeerwartungen
Per Saldo ist die Wertentwicklung seit 2009 fast zu schön, um wahr zu sein. Schließlich verdoppelt sich der Indexstand bei einer Wachstumsrate von 12,5 Prozent alle sechs Jahre. Nach zehn Jahren steht bereits mehr als eine Verdreifachung zu Buche. Auch die letzten drei Jahre seit dem S&P 500®-Tief vom Herbst 2022 fallen mit einem Plus von knapp 100 Prozent herausragend aus. Insgesamt sollten Sie sich deshalb davor hüten, den Anstiegswinkel der letzten Jahre für „bare Münze“ zu nehmen und die Erwartungshaltung der letzten Jahre einfach fortzuschreiben. Wenn Anlegerinnen und Anleger für den Rest der Dekade den gleichen Anstiegswinkel – sprich einen Kursertrag von 12,5 Prozent p. a. – unterstellen, dann stünde der S&P 500® Ende 2029 bei einem Indexstand von knapp 11.000 Punkten. Im Technologiebereich fällt das Zahlenspiel noch wesentlich extremer aus. So summiert sich das Kursplus seit 2009 beim Nasdaq-100® sogar auf fast 20 Prozent p.a. Inwieweit eine Fortsetzung des Sprints der letzten Jahre realistisch ist, muss jede Marktteilnehmerin und jeder Marktteilnehmer mit sich selbst ausmachen. Ungeachtet möglicher charttechnischer Weichenstellungen dürften in Zukunft „kleinere Brötchen“ gebacken werden. Deshalb gehen wir in der nächsten Dekade von deutlich geringeren Aktienerträgen aus.
S&P 500® (Quartalschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Warum drei "Bullenjahre" ein Belastungsfaktor sind
S&P 500® - 4 Bullenjahre in Folge (saisonaler Chart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Beim Thema „realistische Erwartungshaltung“ haben wir noch einen weiteren argumentativen Pfeil im Köcher. Von 2023 bis 2025 kam es beim S&P 500® jeweils zu Kursgewinnen, das heißt, hinter den amerikanischen Standardwerten liegen drei Bullenjahre. Statistisch gesehen hat die Rally seit Herbst 2022 damit auf der Zeitachse die mittlere Halbwertszeit von Aufwärtsphasen überschritten – alles, was jetzt noch kommt, ist also „add-on“ und muss als Sahnehäubchen gesehen werden. Über die letzten knapp 100 Jahre seit 1928 kam es insgesamt 22-mal zu Serien von drei Gewinnjahren. Der durchschnittliche Kursertrag im vierten Jahr fällt mit 2,6 Prozent äußerst schmal aus. Zudem sticht eine deutliche Schwächeperiode im 3. Quartal hervor. Auch die Trefferquote – sprich die Wahrscheinlichkeit für steigende S&P 500®-Notierungen im vierten Jahr – beträgt lediglich 50 Prozent. Nach einer solchen Erfolgssträhne halten sich Bullen- und Bärenjahre also die Waage. Da auch dieser Wert deutlich unter dem historischen Schnitt liegt, handelt es sich bei den hinter uns liegenden drei Bullenjahren um ein weniger gutes Omen. Das Kursplus von knapp 3 Prozent erinnert zudem an das typische Verlaufsmuster in US-Zwischenwahljahren – später mehr zu den saisonalen Rahmenbedingungen.
A/D-Linie: Wie ein Schweizer Uhrwerk
Die Analyse der Marktbreite gehört im Rahmen unseres Jahresausblicks zu unseren absoluten Pflichtaufgaben. Dass Anlegerinnen und Anleger schnell und unkompliziert mithilfe unserer Analysemethode in die Lage versetzt werden, eine große Anzahl von Aktien zu überprüfen, zählt zweifelsohne zu den wichtigsten Stärken der Technischen Analyse. Anhand der dadurch gewonnenen Eindrücke können Investorinnen und Investoren entscheiden, ob eine grundsätzlich gute Marktphase vorliegt, in der die Flut alle Boote hebt, oder ob der Wind eher von vorne kommt. Beginnen möchten wir unsere Einschätzung der grundsätzlichen Marktverfassung mit dem Blick auf den ältesten Marktbreiteindikator überhaupt: die Advance/ Decline-Linie. Dieser Marktbreitemaßstab ergibt sich aus dem Saldo von gestiegenen und gefallenen Aktien für alle an der NYSE notierten Papiere. Im Verlauf des Jahres 2025 eilte der Indikator von einem Hoch zum nächsten. Analog zum eigentlichen Markt kam es auch hier zu einer Vielzahl von neuen Rekordständen, sodass sich die A-/D-Linie weiterhin in einem stabilen Aufwärtstrend befindet und keinerlei negative Divergenz besteht (siehe Chart). Dank dieses Knalleffekts gestaltet sich die Marktbreite in den USA überaus robust und kann den Skeptikern als starkes Gegenargument entgegengehalten werden.
Advance-/Decline-Linie NYSE

Quelle: Macrobond, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Marktbreite: Europa ebenfalls nicht zu stoppen
Advance-/Decline-Linie STOXX® Europe 600

Quelle: Macrobond, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Als Daumenregel gilt: Eine Aufwärtsbewegung ist so lange gesund, wie diese von der Mehrzahl der Aktien getragen wird. Das ist die perfekte Überleitung zur Advance/ Decline-Linie in Europa, denn beim STOXX® Europe 600 hat der Marktbreiteindikator im Verlauf des Jahres 2025 ebenfalls mehrfach neue Rekordstände erreicht (siehe Chart). Unter dem Strich ist der Aufwärtstrend der letzten Jahre also absolut intakt, womit die grundsätzliche Marktverfassung dies- und jenseits des „großen Teichs“ als konstruktiv zu bezeichnen ist. Typisch für die Spätphase einer Hausse ist dagegen, dass nur noch wenige hochkapitalisierte Titel den zugrunde liegenden Index auf neue Hochstände ziehen, während die Masse der Indexmitglieder bereits zurückbleibt. Eine solche divergente Entwicklung ließ sich zum Beispiel im Vorfeld der beiden großen, oberen Marktwendepunkte von 2000 und 2007 – und eben auch Ende 2021 – feststellen. Auch für dieses Verhaltensmuster gibt es ein aktuelles Beispiel: Die Marktbreite beim technologielastigen Nasdaq Composite® verharrt auf einem niedrigen Niveau. Die fulminanten Index-Gewinne der letzten Jahre gehen dort vollständig an der A-/D-Linie vorbei und auch das jüngste Rekordlevel findet hier keinen Niederschlag. Die Konzentration im Technologiesektor bleibt deshalb ein „wunder Punkt“ des Marktes.
Objektive Auswertung: Deutschland mit roter Laterne
Und es gibt weitere Belastungsfaktoren: Unterjährig beleuchten wir das Thema „Marktbreite“ regelmäßig im „HSBC Daily Trading“ mithilfe einer eigenen objektiven Auswertung. Damit tragen wir einem elementaren Vorteil der Technischen Analyse Rechnung – schnell viele Aktien untersuchen zu können. Als Kriterien ziehen wir das Momentum, die 200-Tages-Linie und die Relative Stärke (Levy) heran. Wir überprüfen, wie viele Einzelwerte aus den drei wichtigsten Anlageregionen Deutschland, Europa und USA – gemessen an den drei oben genannten. Kriterien – sich in einem Haussetrend befinden. Ein positives Momentum, ein Kurs oberhalb der meistbeachteten Glättungslinie sowie ein RSL-Wert von größer als 1 dienen dabei als Maßstäbe. Auffällig ist die strukturelle Schwäche Deutschlands im Vergleich zu den anderen beiden Anlageregionen. Hierzulande liegen die Prozentsätze für alle drei Indikatoren unter der 50 %-Schwelle, sodass in Deutschland trotz der Verbesserung von Ende November nicht (mehr) von einem lehrbuchmäßigen Bullenmarkt gesprochen werden kann. Die Mehrheit der europäischen Standardwerte erfüllt indes aktuell die objektiven Kriterien und auch in den USA gestaltet sich die Ausgangslage etwas besser.
Marktbreite Deutschland, Europa, USA

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 28.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Europäische Sektoren stehen deutlich besser da
Die strukturelle Schwäche unseres heimischen Aktienmarktes findet auch in einem weiteren unserer technischen Selektionsmodelle ihren Niederschlag. Hier analysieren wir jede Woche die 160 Einzeltitel aus DAX®, MDAX® und SDAX® anhand von insgesamt sieben verschiedenen Indikatoren. Daraus ermitteln wir eine „Marktbreitekennziffer“ aller deutschen Standardwerte. Mitte November erreichte diese den niedrigsten Stand des Jahres und liegt ebenfalls unter der 50 %-Schwelle. Eine gesunde Marktbreite bzw. eine Situation, in der die Flut alle Boote hebt, sieht anders aus. Da sich viele institutionelle Investoren an den verschiedenen Branchen orientieren, analysieren wir zusätzlich die Sektorindizes des STOXX® Europe 600. Dank der besseren europäischen Marktverfassung sieht es Ende November hier deutlich besser aus: So notieren immerhin 11 der 19 Subsektoren oberhalb ihrer jeweiligen 200-Tage-Linien. Für die gleiche Anzahl an Branchenindizes signalisiert die Relative Stärke nach Levy einen Aufwärtstrend, während das Momentum der letzten 50 Tage sogar bei 13 Sektoren positiv ausfällt. Die europäischen Versorger wussten vor Jahresfrist zu überzeugen und lieferten 2025 eine absolute Top-Performance. Wir schreiben den Trend fort und halten an der Investmentidee „Utilities“ fest (siehe separate Analyse).
Eine Menge "roter Flaggen"
"Buffett-Indikator"

Quelle: Bloomberg, Macrobond, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Doch in Sachen Marktbreite gibt es weitere Wermutstropfen. So kam es in den USA zuletzt zu einer Reihe von Hindenburg-Omen. Für uns zwar kein unmittelbarer Crash-Vorbote, denn nicht jedes dieser Signale hat einen Aktienrückschlag nach sich gezogen. Eher andersherum: Die großen Korrekturen wurden regelmäßig von einem Hindenburg-Omen begleitet. Wichtigste Vorbedingung ist, dass es bei einer nennenswerten Anzahl von Einzelwerten zu neuen 52-Wochen-Hochs und -Tiefs kommt. Die Ballung an den beiden Extrempolen ist eine Mahnung und signalisiert in jedem Fall eine gewisse Marktzerrissenheit. Wertet man dieses besondere Marktphänomen statistisch aus, dann geht es allerdings tatsächlich mit einer reduzierten Renditeerwartung in den kommenden zwölf Monaten einher. Hier gibt es also eine Schnittmenge zum bereits erwähnten Muster „drei Bullenjahre“ in Folge. Für ein ganz anderes Warnsignal sorgt der sogenannte Buffett-Indikator, der die Marktkapitalisierung des Wilshire 5000 Index ins Verhältnis zur gesamten US-Wirtschaftsleistung setzt. Mittlerweile notiert das Verhältnis bei 200 Prozent, das heißt, der Wert des breitesten USAktienbarometers übersteigt die dortige Wirtschaftsleistung um den Faktor 2 (siehe Chart). Entsprechend hoch bewertet geht der US-Aktienmarkt ins neue Jahr.
Spekulation auf Pump - nie war sie größer!
Wir bleiben in den USA und kommen zu einem Chart, den wir zuletzt im Jahr 2019 gezeigt haben. Die kredit- finanzierten Aktienkäufe in den USA sorgen für einen negativen Knalleffekt, indem sie ein hohes Maß an Spekulation dokumentieren. Im Gleichklang mit den Rekordständen bei Dow Jones® & Co. zeigen auch die von der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) auf monatlicher Basis veröffentlichten Daten ein Ausmaß der kreditfinanzierten Spekulation auf Rekordniveau (siehe Chart). Mit anderen Worten: Die „Aktienspekulation auf Pump“ war niemals höher als derzeit. Die absolute Höhe der Spekulation spricht für eine starke Beteiligung des „breiten Publikums“ und macht den Markt verwundbar. Was allerdings (bisher) noch fehlt, ist die Ausprägung einer negativen Divergenz. Im Vorfeld der beiden großen Markttops der Jahre 2000 und 2007 kam es jeweils zu einer solchen Divergenz, das heißt, die kreditfinanzierten Aktienkäufe in den USA gingen bereits zurück, während die großen Indizes ihre Rally noch fortsetzten. Eine solche Entwicklung – gleichbedeutend mit dem Wegfall eines wichtigen Treibstoffs der Hausse – wäre für uns 2026 ein wichtiges Puzzleteil in Sachen „Ende der Rally“.
Kreditfinanzierte Aktienkäufe

Quelle: Finra, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
US-Privatanleger: Offensive Positionierung
AAII Aktienquote

Quelle: AAII, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
AAII Aktienquote > 70 %

Quelle: LSEG; AAII; HSBC; Stand: 01.12.2025; DAten seit 1987; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Beim Thema „Sentiment“, was für uns regelmäßig ein wichtiges argumentatives Puzzleteil darstellt, schauen wir im „HSBC Daily Trading“ unterjährig regelmäßig auf die Erhebung der American Association of Individual Investors (AAII). Die amerikanische Privatanlegervereinigung veröffentlicht monatlich zudem Daten zur Asset Allokation in Aktien, Bonds und Cash. Während der Aktienanteil mit über 70 Prozent seine obere Extremzone erreicht hat (siehe Chart), liegt die Cashquote der US-Privatanleger mit unter 15 Prozent auf einem sehr niedrigen Level. Beides sind absolute Extremwerte. Bei Aktienallokationen jenseits der 70 %-Marke wird die Luft zusehends dünner. Im November 2021 sowie im Dezember 2017 lagen die Positionierungen letztmals noch höher – beide Male folgten deutliche Kursrückgänge. Statistisch ausgewertet, schmälert eine derart offensive Ausrichtung die Performanceaussichten auf Jahressicht (siehe Chart). Zu vielen dieser Auswertungen passt die grundsätzliche Einordnung: Wenn die Mehrheit der Anlegerinnen und Anleger optimistisch ist, dann ist sie bereits investiert. Damit fällt dann aber auch genau dieser Großteil in Zukunft als Aktien-Nachfrager aus. Deshalb ist die an einigen Stellen aufblitzende Euphorie eher eine Hypothek für den Aktienmarkt.
Dow-Theorie: Transporttitel hinken hinterher
Dow Jones® Transportation (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Bei der Analyse der Marktverfassung darf der Blick auf den Dow Jones Transportation® nicht fehlen. Schließlich dienen die dort zusammengefassten Transportwerte als guter Seismograf für die wirtschaftliche Entwicklung. Aus diesem Grund gehört die Forderung „die Indizes müssen sich gegenseitig bestätigen“ zum Rückgrat der Dow- Theorie und damit auch der Technischen Analyse insgesamt. Gemeint sind der Dow Jones® auf der einen und der Dow Jones Transportation® auf der anderen Seite. Der Grund liegt auf der Hand: Floriert die Wirtschaft, dann werden mehr Waren produziert und dann müssen entsprechend auch mehr Waren von A nach B transportiert werden. Obwohl charttechnisch ein aufsteigendes Dreieck vorliegt, bewegen sich die Transporttitel seit 2021 per Saldo lediglich seitwärts (siehe Chart). Im Gegensatz zum Dow Jones® bleibt der Transportindex neue Allzeithochs schuldig – Bestätigung also Fehlanzeige. Der Analyse der grundsätzlichen Marktverfassung haben wir sehr breiten Raum eingeräumt. Das tun wir ganz bewusst und tragen damit Jesse Livermore Rechnung. Einer der größten Trader aller Zeiten wusste schon vor mehr als 100 Jahren: „Denken Sie stets in der Kategorie des Gesamtmarktes bzw. des allgemeinen Trends.“ Als Fazit halten wir ein „durchwachsenes Bild“ für 2026 fest.
Der Faktor "Saisonalität"
Als zusätzliche Orientierungshilfe im Jahresausblick dienen regelmäßig saisonale Kursverläufe bzw. zyklische Einflussfaktoren. Dabei analysieren wir insbesondere den Dekaden- und den US-Präsidentschaftszyklus als die wichtigsten beiden Zyklen überhaupt. Die „Prognosequalität“ dieser Einflussgrößen konnte sich in den letzten Jahren und auch in 2025 sehen lassen. So zählen der herausfordernde Jahresauftakt sowie der sehr gute Zeitraum von April bis in den Hochsommer hinein zu den absoluten Prognosetreffern des letztjährigen Jahresausblicks. Grundsätzlich liefern solche Verlaufsvergleiche oftmals wichtige Hinweise auf mögliche Marktwendepunkte. Unabhängig davon, bietet das Herausarbeiten von Phasen mit saisonalem Rücken- bzw. saisonalem Gegenwind einen echten Mehrwert für Anlegerinnen und Anleger. Trotz des Prognoseerfolgs des abgelaufenen Jahres sollten Sie die folgenden Charts niemals 1:1 auf das Jahr 2026 übertragen, sondern stets mit der konkreten charttechnischen Situation abgleichen. Der durchschnittliche Verlauf des DJIA in „6er-Jahren“ – also 1906, 1916, 1926, … bis 2016 – legt nochmals einen freundlichen Jahresauftakt sowie eine durchaus vorzeigbare, früh einsetzende Jahresendrally von Mitte Oktober bis Anfang Dezember nahe (siehe Chart).
Dow Jones® in 6er-Jahren (saisonaler Chart)

Quelle: Macrobond, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Dekadenzyklus: Schwächster Teilabschnitt
Dow Jones® in US-Zwischenwahljahren (saisonaler Chart)

Quelle: Macrobond, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Dazwischen ist – gemessen am durchschnittlichen Verlauf des „6er-Jahres“ – von April bis Oktober eher mit einem volatilen Nullsummenspiel zu rechnen. Vor allem in dieser Phase dürften insbesondere Traderinnen und Trader auf ihre Kosten kommen. Unter dem Strich beträgt das Kursplus des „6er-Jahres“ im Mittel gut 7 Prozent, was letztlich nah am historischen Durchschnitt liegt. Die Trefferquote liegt mit 66,7 Prozent sogar etwas höher, das heißt, in acht von zwölf „6er-Jahren“ konnten die amerikanischen Standardwerte Kursgewinne verbuchen. Deutlich herausfordernder könnte das „Zwischenwahljahr“ ausfallen, welches innerhalb des vierjährigen US-Präsidentschaftszyklus den schwierigsten Teilabschnitt markiert. So verläuft das 1. Halbjahr nach dem Motto „außer Spesen nichts gewesen“. Sowohl per Ende Juni als auch per Ende September liegt der Dow Jones® im Zwischenwahljahr dann typischerweise sogar unterhalb der Jahresauftaktnotierung (siehe Chart). Erst die klassische Jahresendrally im 4. Quartal beendet die schwächste Invest - mentperiode überhaupt und sorgt schließlich für ein versöhnliches Jahresende. Das durchschnittliche Kursplus von 3 Prozent entfacht keine Euphorie und lässt keinen saisonalen Leckerbissen erwarten.
Saisonale Schnittmenge: Meide die Mitte!
Die letzten beiden „Zwischenwahljahre“ 2022 und 2018 sind Anlegerinnen und Anlegern noch in unguter Erinnerung. Schließlich brachten beide Jahre Kursverluste für den Dow Jones®. Besonders wertvoll sind Situationen, in denen die saisonalen Rahmenbedingungen Hand in Hand gehen – sprich, wenn Dekaden- und Wahlzyklus in die gleiche Richtung deuten. Im positiven Sinn gilt das 2026 in Sachen Jahresendrally. Als Spielverderber könnte sich indes besonders die Phase von April bis Oktober erweisen. Da hier beide Zyklen eine „Saure-Gurken-Zeit“ anzeigen, sollten Anlegerinnen und Anleger in dieser Phase ihre Erwartungshaltung reduzieren. Möglicherweise schlägt in diesem Zeitraum die Stunde der Discount-Zertifikate bzw. generell der defensiven Investments. Um die Gemeinsamkeiten der beiden Zyklen noch stärker herauszuarbeiten, möchten wir im nächsten Schritt den Blickwinkel etwas verändern. Auf Basis der Daten seit 1928 haben wir für den S&P 500® die Quartalsperformance für die einzelnen Jahre gemäß des US-Präsidentschaftszyklus ermittelt. Vor allem die Wertentwicklung der ersten drei Quartale im Zwischenwahljahr dokumentiert die vor uns liegenden Herausforderungen (siehe Chart).
S&P 500® Quartalsperformance seit 1928 (saisonaler Chart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Q2/Q3 als "vermintes Gelände"
Gemessen am Durchschnittsverlauf der letzten knapp 100 Jahre sind die kommenden drei Quartale die schwächste Phase im gesamten Präsidentschaftszyklus. Nach einer schwarzen Null in den ersten drei Monaten bringen das 2. und 3. Quartal sogar Kursverluste für den S&P 500®. Die Musik spielt im US-Zwischenwahljahr indes ganz offensichtlich im Schlussquartal. Das durchschnittliche Kursplus von 5,5 Prozent ist notwendig, um den Investmentjahrgang zu retten. Gleichzeitig ist der Schlussabschnitt die einzige 3-Monats-Periode, welche im US-Zwischenwahljahr den Durchschnittsertrag der verschiedenen Quartale über die letzten knapp 100 Jahre schlägt (siehe Chart). Über den Tellerrand hinausgeblickt, ist das 4. Quartal zudem der Auftakt zu drei performancetechnisch sehr starken Quartalen, denn im historischen Kontext gelingt auch der Start in das US-Vorwahljahr. Doch das ist zunächst noch saisonale Zukunftsmusik. In Sachen „zyklische Durststrecke“ haben wir noch einen weiteren argumentativen Pfeil im Köcher. So hatten wir als ein absolutes „Highlight“ in den letzten Jahresausblicken auf den idealtypischen Investmentzeitraum von der US-Zwischenwahl bis zur eigentlichen Wahl des US- Präsidenten hingewiesen.
Wahl bis zu den „midterms“: Klassische Dürreperiode?
Zur Erinnerung: Wenn Anlegerinnen und Anleger die „midterms“ genutzt hätten, um per Ende November in den S&P 500® einzusteigen, und diese Longengagements zwei Jahre bis nach der eigentlichen Präsidentenwahl gehalten hätten, dann wäre ein solches Investment seit 1945 in 95 Prozent aller Fälle erfolgreich gewesen. Nur ein einziges Mal – von 2006 bis 2008 – mussten die amerikanischen Standardwerte in diesen 2-Jahres-Perioden Kursverluste hinnehmen. Die „midterms“ markieren in der historischen Rückspiegelbetrachtung also den Startpunkt eines recht stressfreien Investmentzeitraums mit einem durchschnittlichen Kursplus von 25 Prozent – und das bei einer herausragenden Trefferquote. Dagegen kann der S&P 500® von der Präsidentenwahl bis zu den „midterms“ seit dem Zweiten Weltkrieg um lediglich 13,5 Prozent zulegen. Das ist im historischen Vergleich eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung. In diesem „Performance-Loch“ stecken die amerikanischen Standardwerte aktuell. Bisher haben wir den Jahresausblick relativ abstrakt gehalten. In der Folge werden wir jetzt aber tiefer in die Charts einsteigen und ganz konkrete Schlüsselmarken für die wichtigsten Indizes herausarbeiten. Kurzum: Wir füllen den Jahresausblick jetzt mit noch mehr charttechnischem Leben!
S&P 500® US-Präsidentenwahl bis midterms seit 1948

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Einer der absoluten Schlüsselcharts
S&P 500® (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Da „der Gelassene seine Chancen bekanntlich besser nutzt als der Getriebene“, setzen wir unseren Jahresausblick mit einem absoluten Schlüsselchart der letzten Jahre fort. Völlig zu Recht hat sich der langfristige Kursverlauf des S&P 500® auf Monatsbasis an dieser Stelle zu einem echten Dauerbrenner entwickelt. Mithilfe dieses Kursverlaufs können Anlegerinnen und Anleger die wichtigsten charttechnischen Marken identifizieren – und zwar sowohl auf der Ober- als auch auf der Unterseite. Zunächst ist der Aufwärtstrend seit Herbst 2011 (akt. bei 5.130 Punkten) absolut intakt. Zusammen mit der 38-Monats-Linie (akt. bei 5.201 Punkten) entsteht hier eine massive Unterstützungszone, welche durch den Pullback zu Jahresbeginn lehrbuchmäßig bestätigt wurde (siehe Chart). Die alten Ausbruchsmarken bei rund 6.100 Punkten definieren einen weiteren Kernrückzugsbereich. Auf der Oberseite liefert das „V-förmige“ Umkehrmuster vom Frühjahr eine wichtige Orientierungshilfe. So lässt sich aus der Tiefe des zwischenzeitlichen Einbruchs ein langfristiges Kursziel von 7.400 Punkten ableiten. Auf dem Weg in diese Region definiert die Parallele zum oben genannten Aufwärtstrend (akt. bei 7.057 Punkten) ein wichtiges Etappenziel.
Ein schmaler Grat: Explosive Indikatorenmischung
Bereits im Mai 2026 wird diese Trendlinie bei 7.400 Punkten verlaufen und damit genügend Raum bieten, um das diskutierte Kurspotenzial tatsächlich auszuschöpfen. Zusammenfassend ist der Basisaufwärtstrend der amerikanischen „blue chips“ zwar absolut intakt und es lassen sich sogar noch technisch sinnvolle Kursziele herleiten. Doch der Trend ist gleichermaßen heißgelaufen. Abseits der Renditebetrachtung besitzt der Monatschart des S&P 500® deshalb auch zur Risikobegrenzung einen wichtigen Signalcharakter. So notiert beispielsweise der RSI im überkauften Terrain. Darüber hinaus bestätigt der Oszillator neue Hochstände im eigentlichen Chartverlauf bereits seit Anfang 2018 nicht mehr. Gleichzeitig befindet sich der trendfolgende MACD auf dem höchsten Niveau der Historie. In diesem Kontext möchten wir zusätzlich auf ein technisches Kriterium zur Identifizierung einer Überbewertung hinweisen. In den Verlauf des MACD seit Mitte der 1990er Jahre haben wir einen Regressionskanal eingezeichnet. Auch diesen hat der Trendfolger mittlerweile überschritten (siehe Chart), das heißt, der Trend besteht schon recht lange und hat zudem bereits sehr weit getragen. Obwohl der MACD noch kein Ausstiegssignal generiert hat, liegt per Saldo doch eine explosive (Indikatoren-)Mischung vor.
Die Mutter aller Aufwärtstrends – auch 2026?
Diese überhitzte Indikatorenkonstellation liegt auch beim Nasdaq-100®, beim Nasdaq Composite® und beim DAX® vor. Die dadurch vorliegende Fallhöhe sollten Anlegerinnen und Anleger im neuen Jahr stets im Hinterkopf behalten. Charttechnisch hatten wir bei den US-Technologietiteln im vergangenen Jahr stark über die Schiebezone der letzten vier Jahre argumentiert, deren obere Begrenzung bei 16.700 Punkten im April mit einem idealtypischen „Hammer“ lehrbuchmäßig zurückgetestet wurde. Bis Oktober folgten dann sieben weiße Monatskerzen in Folge – inklusive diverser neuer Allzeithochs. Das aktuelle Rekordlevel von 26.182 Punkten ist das 40. Allzeithoch im Jahr 2025. Aus der V-Umkehr vom Frühjahr ergibt sich jetzt noch ein kalkulatorisches Kursziel von rund 27.000 Punkten. Unter Risikogesichtspunkten gilt es dagegen, das Februarhoch und gleichzeitig die Nackenlinie des angeführten „V-Musters“ bei 22.223 Punkten in Zukunft nicht mehr zu unterschreiten. Der Basisaufwärtstrend der letzten anderthalb Dekaden verläuft aktuell bei 18.028 Punkten. Als mögliche Vorboten einer ernstzunehmenden Korrektur bzw. als Frühwarnsystem können aber auch Ausstiegssignale seitens der heißgelaufenen Indikatoren RSI und MACD dienen.
Nasdaq-100® (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.11.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Tech, nur breiter...
Nasdaq Composite® (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Einen wichtigen Erkenntnisgewinn bringt darüber hinaus der Langfristchart des Nasdaq Composite® – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zwar sind auch hier die technischen Indikatoren ambitioniert „bewertet“, doch der Basisaufwärtstrend seit 2011 (akt. bei 15.917 Punkten) ist absolut intakt. Mehr noch: Auch bei dem marktbreiteren Technologiebarometer liegt eine klassische „V-Formation“ vor, deren Kursziel sich auf rund 25.400 Punkte taxieren lässt. Aber auch unter dem Aspekt eines aktiven Money Managements liefert der marktbreitere Nasdaq Composite® eine wichtige Orientierungshilfe für 2026. An dieser Stelle kommt eine interne Trendlinie ins Spiel. Über die verschiedenen Hoch- und Tiefpunkte seit 2011 lässt sich ein Trend konstruieren, der aktuell bei 22.069 Punkten verläuft. Ein Rebreak dieser Trendlinie dient als Risikoseismograf und als möglicher Vorbote vor einer holprigeren Marktphase. Interessant ist auch der Blick auf den Nasdaq-100® Equal Weight. Bei der gleichgewichteten Variante des Technologiebarometers erscheint das Kurspotenzial aufgrund zweier Formationen am größten. Neben der bereits diskutierten „V-Formation“ kann die Kursentwicklung seit 2020 als nach oben aufgelöste Schiebezone interpretiert werden.
Gleichgewichtet: Risikoreduktion und gute Chancen?
Während sich das Kursziel aus der großen Tradingrange auf rund 9.800 Punkten taxieren lässt, ergibt sich aus dem angeführten „V-Muster“ sogar ein Anschlusspotenzial bis rund 10.300 Punkte. Zwei unterschiedliche Chartformationen lassen perspektivisch auf fünfstellige Notierungen hoffen. Dieser Kursverlauf besitzt aber noch eine weitere Dimension: Der Sektor hat auch jenseits der ganz großen Technologiewerte einiges zu bieten. Generell ist es ein spannender Gedankengang, den Einfluss der hochkapitalisierten „Big Tech“-Titel zu reduzieren und stattdessen eher auf die nervenschonenderen, gleichgewichteten Indexvarianten zu setzen. Damit kommen wir endlich zu unserem heimischen Aktienmarkt. Die gute DAX®-Wertentwicklung in 2025 speist sich vor allem aus der überzeugenden Performance des 1. Halbjahres. Das Kursziel aus dem letztjährigen Jahresausblick von 21.000 Punkten wurde dabei in Rekordtempo abgearbeitet. Spätestens seit dem Halbjahreswechsel haben die deutschen „blue chips“ spürbar an Momentum verloren und über die letzten Monate eine wichtige Schiebezone zwischen 23.000 Punkten auf der Unter- und 24.700 Punkten auf der Oberseite ausgebildet. Der Ausbruch aus dieser Tradingrange dürfte signalgebenden Charakter besitzen.
Nasdaq-100® Equal Weight (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Zwei Trendlinien - zwei klare Botschaften
DAX® (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Doch bevor wir darauf zurückkommen, starten wir im Sinne des vorsichtigen Kaufmanns mit der Risikobetrachtung. Wie bereits erwähnt, sind die quantitativen Indikatoren auch beim DAX® massiv heißgelaufen. Hervorheben möchten wir den RSI, der bereits das ganze Jahr 2025 im überkauften Terrain verbringt. Zeitweise notierte der Oszillator über 80 und damit auf dem höchsten Stand seit 2007. In Sachen strategischer Risikobegrenzung kommt zwei verschiedenen Trendlinien eine entscheidende Bedeutung zu. Schließlich bildet der steile Aufwärtstrend seit Oktober 2022 (akt. bei 22.098 Punkten) zusammen mit der Trendlinie (akt. bei 21.987 Punkten), welche die Hochs von 2007 und 2015 verbindet, eine echte „worst case“-Unterstützung. Mit anderen Worten: Ein Rebreak der beiden Trends käme einem charttechnischen Schlag ins Kontor gleich. Die Seitwärtsphase der letzten Monate treibt seltsame Blüten. Auf Monatsbasis ergibt sich mittlerweile eine ganze Batterie an Kerzen mit kleinen Körpern (siehe Chart). Der geringe Unterschied zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs dokumentiert die aktuelle Suche nach Orientierung. Diese besondere Kerzenkonstellation signalisiert aber auch das sich dadurch aufstauende Bewegungspotenzial.
Der nächste Impuls: Schnell, dynamisch und nachhaltig?
In diesem Kontext haben wir noch ein weiteres Argument im Köcher. Das liefern die Bollinger Bänder – einer unserer Lieblingsindikatoren. Auf Wochenbasis haben sich die Begrenzungen des Volatilitätsindikators extrem stark zusammengezogen (siehe Chart). So lagen zuletzt weniger als 1.200 Punkte zwischen oberem und unterem Bollinger Band. Selbst über die gesamte DAX®-Historie seit 1988 war die Bewegungsarmut selten noch stärker ausgeprägt. In der Vergangenheit war diese Extremsituation oftmals der ideale Nährboden für den nächsten Trendimpuls, der sich dann regelmäßig in einem schnellen, dynamischen und nachhaltigen „Vola-Impuls“ entlud. Die Leitplanken der oben genannten Schiebezone dienen dabei als die entscheidenden Taktgeber. Das heißt, löst der DAX® die Tradingrange mit einem neuen Allzeithoch jenseits von 24.771 Punkten nach oben auf, entsteht nochmals ein prozyklisches Einstiegssignal. Andererseits würde ein Abgleiten unter die Schlüsselmarke von 23.000 Punkten die aktuelle Schiebezone in eine Topformation umschlagen lassen. Das Anschlusspotenzial lässt sich in beiden Fällen auf rund 1.700 Punkte veranschlagen. Interessanterweise untermauern die Bollinger Bänder die definierten Signalgeber fast punktgenau.
DAX® (Wochenchart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Höchster Jahresschlusskurs der Geschichte
Euro STOXX 50® (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Letztes Jahr diskutierten wir beim Euro STOXX 50® an dieser Stelle den höchsten Jahresschlusskurs der Geschichte. Um den Wimpernschlag von 8 Punkten haben die europäischen Standardwerte diesen charttechnischen Knalleffekt vor Jahresfrist verpasst. Dieses Jahr führt allerdings kein Weg an dieser Weichenstellung vorbei! Schließlich gelang dem Aktienbarometer im Jahresverlauf endlich ein neues Allzeithoch oberhalb des ehemaligen Rekordstandes aus dem Jahr 2000 bei 5.522 Punkten (siehe Chart). Das Lüften dieses Deckels geht gleichzeitig mit dem Abschluss einer weiteren „V-Formation“ einher. Aus Sicht der Technischen Analyse kann diese Entwicklung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, denn das „V-Muster“ eröffnet ein rechnerisches Anschlusspotenzial von 1.000 Punkten bzw. ein kalkulatorisches Kursziel von 6.500 Punkten. Und wir setzen noch einen drauf: Ganz verwegene Optimisten können die Kursentwicklung der letzten 25 Jahre als riesige Untertasse interpretieren – entsprechend noch viel größer sind die Implikationen des Vorstoßes in „uncharted territory“. Der Chart eignet sich aber auch hervorragend für ein striktes Money Management. Schließlich ist das alte Allzeithoch und „breakout“-Level bei 5.522 Punkten als engmaschiger Stopp prädestiniert.
Utilities: Defensive Charmeoffensive!
Als besonderes „Highlight“ weisen wir zum Abschluss unseres Jahresausblicks auf vielversprechende Kursverläufe abseits des „mainstreams“ hin. In diesem Jahr werden wir auf der Sektorebene mit dem STOXX® Europe 600 Utilities zum Wiederholungstäter. Schließlich wiesen wir bei den europäischen Versorgern bereits vor Jahresfrist auf den „ultimativen Deckel“ bei 402/419 Punkten hin. Da diese Hürden 2025 genommen und im September lehrbuchmäßig zurückgetestet wurden, bleibt der Sektor spannend. Neben einer langfristigen Bodenbildung sorgt als zweite konstruktive Chartformation ein großes aufsteigendes Dreieck für Rückenwind (siehe Chart). Als Belohnung winkt deshalb langfristig ein Anlauf auf das historische Allzeithoch von 2008 bei 564 Punkten. Dass wir bei unserem Vorjahresfavoriten bleiben, hat aber noch einen weiteren Grund. Schließlich weiß auch der Ratio-Chart der Branche im Vergleich zum STOXX® Europe 600 zu überzeugen. Auf historisch niedrigem Niveau haben die Versorger einen relativen Boden ausgebildet und gleichzeitig den Abwärtstrend seit 2020 zu den Akten gelegt. Nach dem Überraschungscoup 2025 könnte der STOXX® Europe 600 Utilities nun sogar langfristig zu einem Outperformer unter den europäischen Sektoren werden.
STOXX® Europe 600 Utilities (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
China: Die vergessene Seite des Marktes
Shanghai Composite (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Mit dem STOXX® Europe 600 Basic Resources bzw. dem STOXX® Europe 600 Oil & Gas sehen zwei weitere eher unbeliebte und in den letzten Jahren eher vernachlässigte Branchenindizes vielversprechend aus. Doch als zweite Investmentidee 2026 wollen wir den chinesischen Aktienmarkt ins Schaufenster stellen. Nach langen Jahren der Underperformance stehen hier aus charttechnischer Sicht durch die Bank strategische Bodenbildungen zu Buche. Im Fall des Shanghai Composite war dabei der Spurt über die Hochpunkte bei gut 3.700 Punkten entscheidend, denn dadurch kann die Kursentwicklung der letzten zehn Jahre als untere Umkehr interpretiert werden (siehe Chart). Ein zweites konstruktives Chartmuster in Form einer Untertassenformation seit Herbst 2024 verleiht den Trendwendeambitionen des chinesischen Aktienbarometers zusätzlichen Nachdruck. Das Kursziel – abgeleitet aus der Höhe der Bodenbildung – lässt sich auf rund 1.300 Punkte veranschlagen. Daraus ergibt sich ein langfristiges Kursziel von 5.000 Punkten, welches recht gut mit dem Mehrjahreshoch vom Juni 2015 bei 5.178 Punkten harmoniert. Nach zwei verlorenen Dekaden lassen die Kursverläufe vieler chinesischer Aktienindizes nicht nur die Herzen von antizyklischen Investorinnen und Investoren höherschlagen.
Fazit und Schlussplädoyer
Ein Zitat von Darren Chabot beschreibt die aktuelle Ausgangslage sehr gut: „stock moves start with technicals, are confirmed by fundamentals and end with emotion!“ Eine der Schlüsselfragen des kommenden 2026er-Aktienjahrgangs ist deshalb, ob der Zustand der „Emotionen“ bzw. der „Gier“ bereits erreicht ist. In einzelnen Segmenten des Marktes sicherlich, wenngleich die „nackten“ Charts noch keine Trendwende nach unten erkennen lassen. Vielmehr sind beim S&P 500® (7.400 Punkte) und beim Nasdaq-100® (27.000 Punkte) trotz überkaufter Marktverfassung noch Kursziele offen. Dagegen hat sich der DAX® in eine „stabile Seitenlage“ hineinmanövriert, deren Auflösung als entscheidender Taktgeber fungieren dürfte. Die herausragende Performance der Vorjahre und die zyklischen Rahmenbedingungen mahnen eine realistische Erwartungshaltung an. Während das US-Zwischenwahljahr den schwächsten Teilabschnitt darstellt, gilt mit Blick auf das Verlaufsmuster des „6er-Jahres“ vor allem: „Meide die Mitte“. Insgesamt kann im neuen Jahr auch einiges schiefgehen, weshalb wir eher „auf Sicht“ fahren. Frei nach dem Goethe-Zitat: „es nimmt der Augenblick, was Jahre geben“ könnte das neue Jahr durchaus auch Krisenmomente bereithalten. Ein aktives Money Management ist deshalb 2026 gefragter denn je! Schließlich wusste bereits John Lennon: „Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne machst!“ Im „HSBC Daily Trading“, auf Instagram, in unseren Webinaren und in unseren Video-Formaten werden wir unterjährig sowohl auf mögliche Planänderungen als auch auf kurzfristige Investmentchancen eingehen. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten, alles Gute für 2026 und bleiben Sie gesund.
DAX®-Jahresfahrplan (Wochenchart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: DAX®
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Dow Jones®
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Dow Jones® Transportation
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: EURO STOXX 50®
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Nasdaq-100®
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Nasdaq-100® Equal Weight
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Nasdaq® Composite
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: S&P 500®
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Shanghai Composite
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: STOXX® Europe 600 Utilities (Monatschart)
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 01.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
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In diesem Artikel erwartet Sie:
- Technische Schlüsselmarken zu Zinsen, Bonds, Notes und Co.
- Ein Fakten-Check über die Asset Allocation und das Sentiment
- Aktienmarkt und Anleihen im Vergleich – Das Aktien/Bond-Ratio
- Besondere Chartmuster mit Signalwirkung
- Ein Fazit und Fahrplan zu den verschiedensten Zinscharts für 2026
„Langes Ende“ schlägt hohe Wellen
Nachdem Anlegerinnen und Anleger seit März 2020 Zeugen einer historischen Zinswende wurden, fallen die Zinsentwicklungen in den vergangenen zwölf Monaten eher unspektakulär aus. Das gilt allerdings nur oberflächlich betrachtet, denn der Investmentjahrgang 2025 hielt dennoch einige „Highlights“ bereit. Zunächst steht ein sogenanntes split year zu Buche: Während die 10-jährige Rendite USA von 4,57 Prozent zu Jahresbeginn auf 4,02 Prozent fiel, legt das deutsche Pendant von 2,37 Pro zent auf 2,68 Prozent zu (Stand: 26.11.2025). Abseits des gemischten Bildes in den USA und Deutschland ergeben sich einige weitere spektakuläre Entwicklungen – vor allem im langfristigen Zinsbereich. So erreichte die 30-jährige Rendite Großbritannien mit 5,75 Prozent zwischenzeitlich den höchsten Stand seit 1998! Die japanischen Langfristzinsen (30 Jahre) notieren aktuell bei 3,33 Prozent – auf dem höchsten Niveau des Jahrtausends und oberhalb der 30-jährigen Rendite in Deutschland! Die Musik scheint also am „langen Ende“ zu spielen und ruft uns ein bekanntes Zitat von Erich Kästner ins Gedächtnis: „Gestern standen wir am Ab - grund. Heute sind wir bereits einen gewaltigen Schritt weiter.“ Etwas weniger dramatisch ausgedrückt, besteht zumindest die Notwendigkeit, sich mit diesen Entwicklungen auseinanderzusetzen.
30-jährige Rendite Japan (Tageschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Historische Verlustserie endet
US-T-Bond-Future (Jahreschart)

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Was möchte das „lange Ende“ dem Markt mitteilen? Können die Notenbanken mit dem „kurzen Ende“ das lange weniger stark beeinflussen? Das sind mit Blick auf den kommenden Investmentjahrgang 2026 entscheidende Fragestellungen. Bevor wir endgültig in den Zinsausblick einsteigen, kommen wir nochmals auf die positive Seite der gesplitteten Zinsentwicklung zwischen den USA und Deutschland zurück. Der Zinsrückgang jenseits des Atlantiks besitzt durchaus eine historische Dimension: Schließlich endet beim US-T-Bond-Future 2025 eine bemerkenswerte Verlustserie von vier roten Jahreskerzen in Serie! Eine noch längere Dürreperiode musste das US-Rentenbarometer zuletzt Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre hinnehmen. Neben dem Farbwechsel ergibt sich das zweite „inside year“ in Folge – dazu später mehr. Übergeordnet lautet eine der Kernfragen im neuen Jahr, ob nach diesen besonderen, bewegungsarmen Jahreskerzen 2026 wieder eine klare Richtungsentscheidung ansteht. „Man kann nicht voraussehen, aber man kann sich vorbereiten.“ Dieses Zitat von Howard Marks setzen wir mit unserem Jahresausblick in die Tat um. Gerade das Wissen um die neuralgischen Chartmarken, an denen Bewegung in den Markt kommen könnte, stellt einen der wichtigsten Vorteile der Technischen Analyse dar.
Sentiment: Wo 2026 die Überraschungen herkommen könnten
Bei der Suche nach charttechnischen Antworten auf diese Frage begeben wir uns zunächst in die Welt der Sentimentanalyse. Während das „lower for longer“- Regime der letzten Dekade während der Corona-Pandemie nahtlos in das Gegenteil umschlug, scheint sich die überwältigende Mehrheit der Anlegerinnen und Anleger mittlerweile mit einer Tradingrange zwischen 2 Prozent und 3 Prozent in Deutschland bzw. 3 Prozent zu 5 Prozent in den USA angefreundet zu haben. Das wirkliche Überraschungspotenzial aus Sicht der Behavioral Finance beginnt also jenseits der genannten Grenzen – ein erster Hinweis, wo die „wunden Punkte“ des Marktes 2026 liegen könnten. Im „HSBC Daily Trading“ gehen wir unterjährig regelmäßig auf die Sentimenterhebung der American Association of Individual Investors (AAII) ein. Die Vereinigung der US-Privatanleger führt zusätzlich ein Mal pro Monat eine Umfrage zur Vermögensallokation durch. Mit einem Wert von unter 15 Prozent verharrt die Bondquote der amerikanischen Retail-Investoren auf einem niedrigen Niveau. Der Rentenanteil liegt damit auf dem Level des Vorjahres, aber vor allem sogar deutlich niedriger als zum Startpunkt der steigenden US-Renditen im März 2020 (siehe Chart)!
AAII Asset Allocation Survey Bondquote

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Aktien/Bond-Ratio: Eine völlig neue Größenordnung!
Ratio S&P 500®/US-T-Note-Future (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Dazu passt der folgende Chart, den wir ebenso gut auf der Aktienseite hätten veröffentlichen können. Der Kursverlauf zeigt den S&P 500® in Relation zum US-T-Note- Future. Seit dem Frühjahr 2020 ist die Ratio in eine ganz andere Dimension vorgestoßen. Mittlerweile hat der Verhältnischart nicht nur den entsprechenden Trendkanal, sondern auch den Regressionskanal seit Beginn der 1990er Jahre nach oben verlassen! Läuft das Sentiment also gerade heiß? In jedem Fall dürften die Herzen von antizyklischen Investorinnen und Investoren hier höherschlagen. Charttechnisch liefert der RSI – bezogen auf das Aktien/Bond-Verhältnis – einen wichtigen Hinweis in diese Richtung, denn der Oszillator notiert bereits seit Anfang 2024 mit einer kurzen Unterbrechung im überkauften Terrain. Mittlerweile hat der RSI dabei sogar eine negative Divergenz ausgebildet. Die letzten Divergenzen dieser Art in den Jahren 2018, 2014 sowie 2007/2008 haben längere Seitwärtsphasen im Ratio-Chart oder gar deutliche Korrekturen nach sich gezogen. Dennoch würden wir als Signalgeber gerne eine Rückkehr in den eingezeichneten Regressionskanal bzw. einen Rückfall in den Aufwärtstrendkanal seit März 2020 sehen (siehe Chart).
Charttechnik, nichts als pure Charttechnik
Mit den wichtigsten Signalmarken, den wichtigsten Überraschungsniveaus und einem möglichen Fahrplan wollen wir den Zinsausblick im Folgenden konkretisieren. Damit tragen wir Howard Marks explizit Rechnung. Schließlich verursacht die Verletzung wichtiger Chartlevel oftmals „Stress“. Die daraus resultierenden Positionsschieflagen begünstigen wiederum regelmäßig größere Marktschwankungen. Da das Glück diejenigen bevorzugt, die darauf vorbereitet sind (Louis Pasteur), wollen wir Sie vor unerwarteten Überraschungen schützen. Getreu dem Motto des US-Philosophen Ralph Waldo Emerson: „Die Jahre lehren viel, was die Tage niemals wissen“, rücken wir zu Beginn den Jahreschart der 10-jährigen Rendite USA in den Mittelpunkt. Auf den historischen Zinsanstieg ab März 2020 von 0,32 Prozent auf in der Spitze 5,02 Prozent – inklusive des Bruchs des Abwärtstrends seit Anfang der 1980er Jahre (ab Januar bei 2,38 %) – folgten 2024 und 2025 zwei Innenstäbe (siehe Chart). Das heißt, die Schwankungsbreiten der letzten beiden Jahre verblieben innerhalb der Hoch-Tief-Spanne von 2023. Der damalige „doji“ sowie die folgenden Innenstäbe dokumentieren die aktuelle Suche nach Orientierung.
10-jährige Rendite USA (Jahreschart)

Quelle: LSEG, TRadingView; Stand: 01.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
„Doji“ plus Innenstäbe: Entscheidende Eckpfeiler
Die Begrenzungen des „2023er-doji-Musters“ liefern in Zukunft eine wichtige Hilfestellung: So steckten das damalige Tief (3,25 %) und das Hoch (5,02 %) – gleichbedeutend mit dem höchsten Stand seit 2007 – strategisch ganz entscheidende Leitplanken ab. Schließlich harmoniert das Low bestens mit den Zinshochs von 2018 bei 3,26 Prozent, während sich die jüngsten Jahreshochs auf der Oberseite hervorragend mit den Hochs der ersten Dekade des Jahrtausends bei gut 5 Prozent sowie dem Tief des Jahres 1993 bei 5,15 Prozent decken. Per Saldo gibt der Jahreschart somit wichtige Eckpfeiler vor. Die Tradingrange zwischen 3 Prozent und 5 Prozent definiert also das ganz große (Zins-)Spielfeld der nächsten Jahre, wohingegen der jüngste Innenstab (Grenzen bei 3,86 % bzw. 4,81 %) ein kleineres Pendant absteckt. Letzteres dient vor allem als Frühwarnsystem für 2026. Fibonacci- Projektionen schätzen wir als Analysewerkzeug. Im konkreten Fall bestätigt die 161,8 %-Projektion des letzten Zinsrutsches von 2018 bis 2020 (5,08 %) den „ultimativen Deckel“ bei rund 5 Prozent. Und noch ein „fun fact“: Der Schlusskurs der „2023er-doji-Kerze“ (3,86 %) fällt punktgenau mit dem oben genannten aktuellen Jahrestief zusammen. Auch dieses Level besitzt also eine hohe Relevanz.
Strategische Absicherung
10-jährige Rendite USA (Halbjahreschart)

Quelle: LSEG, TradingView; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Die Verknüpfung unterschiedlicher Zeitebenen stellt einen echten Mehrwert der Technischen Analyse dar. Deshalb werden wir im Folgenden weitere Übereinstimmungen anhand von kürzeren Zeitebenen aufzeigen. Den Auftakt macht der 6-Monats-Chart der 10-jährigen Rendite USA. Fünf der letzten sechs Halbjahreskerzen weisen kleine Kerzenkörper auf (siehe Chart). Gleichzeitig untermauern sie die Relevanz der Schlüsselzone zwischen 3 Prozent und 5 Prozent. In der Tradition der letzten Jahre können Anlegerinnen und Anleger also unverändert von der „magischen 5 %-Marke“ bzw. „der ultimativen Absicherung bei 3 Prozent“ sprechen. An dieser Stelle ist eine Assoziation mit der Politik naheliegend. Winston Churchill sagte einmal: „Demokratie ist die Notwendigkeit, sich gelegentlich den Ansichten anderer Leute zu beugen!“ 3 Prozent und 5 Prozent sind im Sinne dieses Zitats die charttechnischen Triggermarken, bei deren Verletzung man sich „den Ansichten anderer Leute beugen“ müsste. Der Monatschart fördert zwei weitere spannende Details zutage: Zum einen notiert die 10-jährige Rendite USA auf dem Niveau von Herbst 2022, zum anderen bildet die Kursentwicklung der letzten 24 Monate in diesem Zeitfenster eine klassische Flaggenkonsolidierung.
Ein absoluter Schlüsselchart 2026
Mithilfe dieses Kursmusters lässt sich die obere Signalzone weiter eingrenzen. So definiert der kurzfristige Abwärtstrend (akt. bei 4,63 %) gleichzeitig die obere Flaggenbegrenzung (siehe Chart). Ein „bullisher“ Ausbruch aus diesem Konsolidierungsmuster würde im ersten Schritt das bereits bekannte Widerstandsbündel aus diversen Hoch- und Tiefpunkten seit 1993 und dem Fibonacci- Level bei 5,08 Prozent in den Mittelpunkt rücken. Rein rechnerisch hält die beschriebene Flaggenkonsolidierung sogar ein Anschlusspotenzial von rund 1,75 Prozent bereit – mehr als ausreichend, um perspektivisch den ultimativen Deckel bei 5 Prozent zu lüften. Vor diesem Hintergrund stellt die Flagge einen Katalysator in Sachen „steigende Renditen“, aber auch einen beachtenswerten Risikochart für die Aktienseite dar. Oberhalb der „magischen 5 %-Marke“ würde sich ein charttechnisch relativ großer Raum öffnen. Die Hoch- und Tiefpunkte von 1986 bis 2000 bei rund 7 Prozent markieren dann die nächsten nennenswerten Widerstände. Auf der Unterseite vervollständigt indes ein Abgleiten unter die bereits bekannte Schlüsselmarke von 3,86 Prozent ein kleines Top. Unterhalb des Jahrestiefs von 2024 (3,60 %) würde dann im zweiten Schritt sogar eine größere Topbildung vorliegen – beides Signalgeber in Sachen „fallende Zinsen“.
10-jährige Rendite USA (Monatschart)

Quelle: LSEG, Tradingview; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
„Make or break“: Richtungsentscheidung in 2026?
US-T-Note-Future (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Kurzum: In verschiedenen Laufzeitbändern liegen Kon solidierungsformationen vor. Deren Auflösung – sowohl nach oben als auch nach Süden – dürfte zu einem wesentlichen Zinstaktgeber im kommenden Jahr werden. Einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn liefert in diesem Kontext die Analyse des US-T-Note-Future. Zunächst steht dem Zinsbarometer bei rund 105 unverändert die bereits in den Vorjahren erwähnte, massive Unterstützungszone zur Verfügung. Seit den 1990er Jahren wurden hier immer wieder wichtige Hoch- und Tiefpunkte ausgeprägt. Zudem befindet sich in diesem Dunstkreis auch das 50 %-Fibonacci-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung seit 1984 (105,62). Auf dieser Basis bildet das Rentenbarometer seit drei Jahren ein symmetrisches Dreieck aus (siehe Chart). Ein Sprung über die Hochs bei 114/115 würde diese Chartformation nach oben auflösen. Da dann auch das obere Bollinger Band (akt. bei 114,64) überwunden wäre, können Anlegerinnen und Anleger im Ausbruchsfall von einem erfolgreichen Stabilisierungsprozess ausgehen. Interessanterweise liegen die Begrenzungen des Volatilitätsindikators so eng zusammen wie seit 2016 nicht mehr. Nach den letzten beiden bewegungsarmen Jahren begünstigt diese Konstellation sprunghafte Handlungen! „Make or break“ könnte deshalb zum Investmentmotto 2026 werden.
Volatilität: Schon wieder sehr, sehr niedrig!
Hoch-Tief-Spanne 10-jährige Rendite Deutschland seit 1957

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
10-jährige Rendite Deutschland (Halbjahreschart)

Quelle: LSEG, Tradingview; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Auf der Aktienseite gilt der alte Börsenspruch, wonach wir in Deutschland eine Lungenentzündung bekommen, wenn die Amerikaner einen Schnupfen haben. Diese Leitfunktion besitzen die USA auch auf der Rentenseite. Deshalb haben wir unseren Zinsausblick 2026 ganz bewusst mit dem Blick über den großen Teich begonnen. Doch nun kommen wir endlich nach Deutschland. Nachdem das Jahr 2022 bei der 10-jährigen Rendite Deutschland von der größten Hoch-Tief-Spanne der Datenhistorie geprägt war, ist die Volatilität über den Zwischenschritt „back to normal“ inzwischen bereits wieder auf historisch niedrigem Level angelangt. So notiert die jährliche Schwankungsintensität mit 63 Basispunkten sehr niedrig (siehe Chart) – und nochmals 10 Basispunkte niedriger als im Vorjahr. Nur 2016/17 und 2021 waren in der jüngeren Vergangenheit noch tiefere Hoch-Tief-Spannen zu verzeichnen. Die geringe Volatilität des abgelaufenen Jahres bringt der Jahreschart der 10-jährigen Rendite treffend auf den Punkt, denn in der höchsten aller Zeitebenen verharrt die Schwankungsbreite zum zweiten Mal in Folge innerhalb der Grenzen von 2023 bei 1,90 Prozent bzw. 3,02 Prozent. Diese beiden Marken definieren somit ganz entscheidende Schlüsselbarrieren.
Neuralgische 3 %-Marke: Schiebezone oder Top?
Der Halbjahreschart der 10-jährigen Rendite Deutschland verdeutlicht noch einen weiteren Aspekt: So stammt der gesamte Zinsanstieg seit der Corona-Pandemie mehr oder minder aus dem Jahr 2022. Im 6-Monats-Bereich sticht zudem die Kerze des 2. Halbjahrs 2023 hervor. Auch hier lautet das Stichwort: „Innenstab“, denn die damalige Hoch-Tief-Spanne steckt auch in diesem Zeitfenster die Begrenzungen für die Handelsaktivität der folgenden vier 6-Monats-Perioden bis zum heutigen Tag ab. Wenn es noch eines Beweises für die Bedeutung der Stellschrauben bei 1,90 Prozent und 3,02 Prozent bedurft hätte, dieser Zeithorizont liefert ihn. Das Herunterbrechen der Zeitebene – eine unserer absoluten Lieblingsvorgehensweisen – liefert also wieder einmal einen entscheidenden Erkenntnisgewinn. Dazu trägt auch der Monatschart bei. Während auf der Unterseite bei einem Abgleiten unter die Tiefpunkte bei 1,90 Prozent eine Topformation komplettiert wäre, definieren wir einen Anstieg über die Hochs bei 2,94/3,02 Prozent als entscheidenden Trigger für einen weiteren Zinsanstieg. Aus der Höhe der beschriebenen Seitwärtsphase der letzten Jahre ergibt sich im Fall eines neuen Mehrjahreshochs ein Anschlusspotenzial von rund 100 Basispunkten bzw. ein Kursziel im Bereich von 4 Prozent.
10-jährige Rendite Deutschland (Monatschart)

Quelle: LSEG, TradingView; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Das x-te „inside year“
Euro-BUND-Future (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Zum Abschluss nehmen wir noch das Spiegelbild der 10-jährigen Rendite Deutschland – sprich den Euro- BUND-Future – unter die Lupe. Die bisher herausgearbeiteten Eckpunkte finden auch hier ihren Niederschlag. Schließlich liegen auch beim Zinsbarometer inzwischen zwei „inside years“ vor. Die aktuellen Jahreskerzen haben aber noch mehr zu bieten. So weisen die letzten Kerzen jeweils markante Lunten auf – besonders die Jahrestiefs von 2023 und 2025 bei 126,62/126,53 bilden deshalb einen wichtigen Rückzugsbereich. Selbst bei Herunterbrechen der Zeitebene bleibt das Phänomen „inside candle“ bestehen. Auf Monatsbasis kommt dem März 2025 darüber hinaus eine Schlüsselrolle zu. Von damals stammt das oben genannte Tief bei 126,53. Zusammen mit dem Monatshoch bei 132,94 gibt der März die Leitplanken vor, innerhalb derer sich die gesamte Kursaktivität der letzten acht Monate abspielt! Auf Quartalsbasis stehen deshalb drei „inside quarters“ in Folge zu Buche. Übergeordnet legt die beschriebene Masse an Innenstäben eine prozyklische Positionierung im Ausbruchsfall nahe. Charttechnisch gibt der Kursverlauf des Euro- BUND-Future Anlegerinnen und Anlegern ein weiteres Argument für ein prozyklisches Engagement im Ausbruchsfall an die Hand.
Taktgeber absteigendes Dreieck
Seit Ende 2022 bildet der Euro-BUND-Future ein absteigendes Dreieck aus (siehe Chart). Während die untere Begrenzung dieses Konsolidierungsmusters erneut zu den bereits erwähnten Tiefs bei rund 126,50 führt, harmoniert die obere Dreiecksbegrenzung (akt. bei 133,14) mit dem oben angeführten Märzhoch. Vor diesem Hintergrund würde ein Ausbruch auf der Oberseite – verbunden mit der Auflösung der Innenstäbe der letzten Monate – für ein echtes charttechnisches „Statement“ sorgen. Im Erfolgsfall winkt ein Wiedersehen mit den Hochpunkten vom Dezember 2023 und Dezember 2022 bei 138,84 bzw. 143,38. Andererseits gilt es, einen Bruch des horizontalen Rückzugsbereichs bei 126,50 unbedingt zu verhindern. Ansonsten entsteht aufgrund des nach unten aufgelösten Dreiecks ein prozyklisches Verkaufssignal. Die jüngste Bewegungsarmut stellt in diesem Zusammenhang den idealen Nährboden für einen nachhaltigen Vola-Impuls dar. Für diese Erwartungshaltung gibt es noch ein weiteres Argument: Auf Wochenbasis notiert der ADX – ein Indikator, welcher die Trendstärke misst, auf dem niedrigsten Stand seit 2000! Die Abwesenheit eines klaren Trends legt oftmals genau den Grundstein für den nächsten Bewegungsimpuls.
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Fazit und Fahrplan 2026
Euro-BUND-Future Ablaufplan (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Die Innenstäbe der letzten Jahre ziehen sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Zeitebenen und die unterschiedlichen Zinscharts. Damit könnten die „inside candles“ aktuell zum entscheidenden Mantra werden. Nach dem dynamischen Zinsanstieg von 2020 bis 2022 und den folgenden beiden Übergangsjahrgängen drängt sich die Frage nach einer klaren Richtungsentscheidung 2026 auf. Aus Anlegersicht stellen die Kursbänder von 2 Prozent bis 3 Prozent in Deutschland bzw. 3 Prozent bis 5 Prozent in den USA so etwas wie den Wohlfühlbereich dar. Wirkliche Überraschungspotenziale ergeben sich im Ausbruchsfall. Sowohl hierzulande beim Euro-BUNDFuture als auch jenseits des Atlantiks in den USA (UST- Note-Future) könnten Dreiecksformationen zum entscheidenden Taktgeber der kommenden zwölf Monate werden. Nach den jüngsten Übergangsjahrgängen erwarten wir jeweils wichtige Weichenstellungen, sodass sich Anlegerinnen und Anleger auf einen spannenden Investmentjahrgang 2026 einstellen sollten! Frei nach Goethe: „Nach dem Zins drängt, am Zins hängt, doch alles“. Auch im neuen Jahr dürfte die Rentenmarktentwicklung große Auswirkungen auf die restlichen Assetklassen haben. Eine erfolgreiche Zinsprognose ebnet deshalb den Weg zu weiteren Prognosetreffern!
5-Jahreschart: 10-jährige Rendite Deutschland
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: 10-jährige Rendite USA
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: 30-jährige Rendite Japan
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: Euro-BUND-Future
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
5-Jahreschart: US T-Bond-Future
Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 05.12.2025. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
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Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.
In diesem Artikel erwartet Sie:
- Technische Schlüsselmarken zu Euro und Dollar
- Ein Einblick in die Volatilität von Euro und Dollar
- Eine Einschätzung zum potenziellen neuen Trend
- Ein fundamentaler Fakten-Check
- Besondere Chartmuster mit Signalwirkung
- Jahres-Pivotpunkte in der Analyse
- Saisonale und zyklische Hinweise, die Sie für 2026 kennen sollten
Das Comeback des Lebens
Vor Jahresfrist starteten wir unseren Ausblick auf der Währungsseite mit dem bekannten Zitat des ehemaligen US-Finanzministers John Connally: „Der Dollar ist unsere Währung, aber euer Problem.“. Dieses Bonmot ist aktueller denn je. Schließlich hat der Anstieg des Euro im Vergleich zum US-Dollar hierzulande einigen Anlegerinnen und Anlegern, vor allem in der Phase von Februar bis September, tiefe Sorgenfalten bereitet. Wird dieses Problem uns Europäer weiter begleiten? Setzt der Euro seinen Aufwärtstrend fort? Wo liegen die größten Überraschungspotenziale? Das sind entscheidende Fragestellungen beim Blick in die große FX-Glaskugel des Jahres 2026. Im Folgenden begeben wir uns auf eine charttechnische Spurensuche. Wir starten mit einer kleinen Rückblende: „Das Jahr der Entscheidung – endlich ein neuer Trend?“ Mit diesem Vorjahres-Titel haben wir ins Schwarze getroffen. Auf dem Weg dorthin musste das Währungspaar im Februar mit 1,0142 USD nochmals ein neues Verlaufstief verkraften, ehe der Euro die Kurve bekam, einen neuen Aufwärtstrend etablierte und endlich auch den Basis-Baissetrend seit 2008 zu den Akten legte. Aus dieser Entwicklung resultiert eine bemerkenswerte Jahreskerze, auf die wir später ausführlich eingehen werden.
Volatilität: Rückkehr zum Mittelwert
Vor dem Hintergrund der angespannten geopolitischen Lage, immer neuen Zollstreitigkeiten sowie der deutlich anziehenden Langfristzinsen gilt es, die entscheidenden charttechnischen Leitplanken abzustecken. Schließlich könnte der Druck im Sinne des angeführten Connally- Zitats auch 2026 hoch bleiben. In guter alter Tradition steigen wir in den Währungsausblick mit der Analyse der Schwankungsintensität der europäischen Valuta zum Greenback ein. Nach dem Motto: „Die Vola ist tot, lange lebe die Vola!“ verfolgen wir seit 2019 die jährlichen Hoch-Tief-Spannen des Währungspaars zurück bis in die 1970er Jahre. Vor Einführung der europäischen Einheitswährung wurden die Jahresschwankungsbreiten auf Basis des DM/USD-Wechselkursverhältnisses zurückgerechnet. „Aufhänger“ war damals die historisch extrem niedrige High-Low-Spanne, wovon auch die Investmentjahrgänge 2023 und 2024 geprägt waren. Erwartungsgemäß hat die historische Bewegungsarmut den Grundstein für den Vola-Impuls des Jahres 2025 gelegt. Schließlich lagen im zu Ende gehenden Jahr zwischen Jahreshoch (1,1918 USD) und -tief (1,0142 USD) knapp 18 US-Cents (siehe Chart), was ziemlich exakt dem langfristigen Mittel entspricht.
EUR/USD High-Low Spanne ab 1974

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Nährboden für neuen Trend – über 2026 hinaus?
EUR/USD High-Low-Spanne ab 2002

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Mit anderen Worten: Nach der zweit- bzw. drittniedrigsten Handelsspanne der vergangenen 50 Jahre ist die jährliche Hoch-Tief-Spanne nahezu zum Mittelwert zurückgekehrt. Hier hat also tatsächlich eine echte „mean reversion“ stattgefunden. Apropos langfristiger Mittelwert: Seit 2012 befindet sich das Währungspaar generell in einem „low volatility“- Regime. So wurde der langfristige Durchschnitt in 10 der letzten 14 Jahre zum Teil deutlich unterschritten, während lediglich zwei Jahre eine größere jährliche Schwankungsbreite als 0,18 USD aufwiesen. 2018 und eben 2025 wurde der Durchschnitt fast punktgenau getroffen. Unter dem Strich zählen niedrige EUR/USD-Schwankungen deshalb zum absoluten Markenzeichen der letzten Dekade. Gerade in Bezug auf die Volatilität gibt es oftmals diese „Rückkehr zum Mittelwert“, was uns nahtlos zu einer Basisannahme der Technischen Analyse bringt. Phasen mit geringen Schwankungen haben in der Vergangenheit an den Kapitalmärkten regelmäßig den Grundstein für den nächsten Trendimpuls gelegt und umgekehrt. Da sich in den letzten anderthalb Dekaden ein gewisses Bewegungspotenzial aufgestaut hat, drängt sich die Frage auf, ob der in den zurückliegenden zwölf Monaten eingeleitete Trend anhalten wird.
Fundamentale Prognosen: Wo die Überraschungspotenziale liegen!
Die Prognose einer „erhöhten Volatilität“ geht traditionell „leicht“ von der Hand. Beim Herausarbeiten der neuralgischen Punkte, an denen sich dieses „Mehr an Schwankungen“ entladen könnte, hilft der Blick über den Tellerrand hinaus, auf die fundamentalen Prognosen des Währungspaars. Möglicherweise handelt es sich um die beste aller Welten, wenn beide Analysemethoden „Hand in Hand“ gehen. In jedem Fall liefert die Auswertung der fundamentalen EUR/USD-Prognosen oftmals einen wichtigen Hinweis, ab welchen Marken überraschendes FX-Terrain betreten wird. Decken sich diese kritischen Niveaus mit wichtigen Unterstützungen bzw. Widerständen, dann sollten Anlegerinnen und Anleger hellhörig werden. Zur Analyse der fundamentalen Jahresprognosen ziehen wir die monatliche Reuters FX-Poll heran. Die insgesamt 56 teilnehmenden Banken erwarten auf 12-Monats-Sicht im Mittel eine EUR/USD-Notiz von 1,19 USD. Nur elf Institute (18 %) prognostizieren auf Jahressicht einen Währungskurs unterhalb des aktuellen Niveaus von 1,16 USD – die skeptischste Vorhersage liegt bei der Marke von 1,10 USD, während die optimistischste einen Anstieg auf 1,25 USD prognostiziert. Passend zum etablierten EUR-Aufwärtstrend sind die teilnehmenden Banken in der Summe recht optimistisch für die europäische Einheitswährung gestimmt.
Jahreschart: Langfristiger Seismograf
Vor allem der Mittelwert von 1,20 USD ist auch charttechnisch von großer Relevanz und besitzt deshalb im weiteren Verlauf unseres Jahresausblicks einen hohen Wiedererkennungswert. Im Umkehrschluss geben die fundamentalen Prognosen einen klaren Hinweis darauf, aus welcher Richtung 2026 Überraschungen kommen könnten. So würde ein schwacher Euro die Mehrheit der Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß erwischen und Anpassungsbedarf bei den erwähnten Prognosen auslösen. In diesem Kontext gilt ein Zitat von Paul Watzlawick als Mahnung, denn „der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung.“ Wenn Marktteilnehmer dieser Selbsttäuschung erliegen, drohen Positionsschieflagen und in der Folge größere Währungsschwankungen. Da das Glück diejenigen bevorzugt, die darauf vorbereitet sind, werden wir die wichtigsten Schlüsselmarken aufzeigen, an denen sich dieses FX-Überraschungspotenzial entladen könnte. Mithilfe eines möglichen Währungsfahrplans für 2026 wollen wir Devisenanleger bei der Vorbereitung auf die Herausforderungen der kommenden zwölf Monate unterstützen. Als Ausgangspunkt unserer Vorhersagen wählen wir traditionell den Jahreschart des Währungspaars EUR/USD (siehe Chart).
Goldpreis Jahresveränderungen

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Basisabwärtstrend endlich Geschichte
In der höchsten aller Zeitebenen auf Jahresbasis ergibt sich derzeit eine besondere Konstellation. Die geringen Hoch-Tief-Spannen der Jahre 2023/24 haben wir oben bereits diskutiert. Charttechnisch verblieben diese beiden Jahreskerzen dabei innerhalb des Pendants von 2022. Die dadurch entstehenden Innenstäbe wurden nun mit einem bemerkenswerten „bullish engulfing“ nach oben aufgelöst. Bei genauem Hinsehen umschließt der Körper des Jahres 2025 sogar die Pendants der drei(!) vorangegangenen Jahre (siehe Chart). Per saldo bestätigt dieses konstruktive Kerzenmuster die „Hammer“-Umkehrformation aus dem Jahr 2022. Was aber noch viel wichtiger ist, ist die Tatsache, dass der Euro im Vergleich zum US-Dollar damit endlich den im Jahr 2008 etablierten Abwärtstrend überwinden konnte. Per saldo spielen die letzten Jahreskerzen eine entscheidende Rolle beim langfristigen Gezeitenwechsel des Währungspaars. Der Bruch eines 17 Jahre lang bestehenden Abwärtstrends kann in diesem Kontext nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darüber hinaus fördert der Jahreschart ein weiteres spannendes Detail zutage: Seit 2018 spielt das diesjährige Ausbruchslevel von 1,12 USD immer wieder eine bedeutende Rolle.
Die großen strategischen Leitplanken
EUR/USD (Halbjahreschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
In sieben der letzten acht Jahre hat das Währungspaar auf diesem Niveau entweder das Jahrestief, die Eröffnung, den Jahresschlusskurs oder aber das Jahreshoch ausgeprägt. 2025 diente diese Hürde dann als entscheidende Ausbruchsmarke. Deshalb ist dieses Niveau zukünftig als strategischer Stopp zur Risikobegrenzung prädestiniert. Auf der Oberseite definieren die Hochs von 2020/21 bei 1,2309/1,2349 USD sowie der Mehrjahreshochpunkt bei 1,2555 USD aus dem Jahr 2018 markante Widerstände. Damit stellt das Währungspaar EUR/USD letztlich ein Lehrbuchbeispiel für den Mehrwert einer langfristigen Chartbetrachtung dar, denn die diskutierten Schlüsselmarken dürften in der Zukunft als strategischer Taktgeber fungieren. Im nächsten Schritt möchten wir die Zeitebene herunterbrechen – eine Vorgehensweise, die wir sehr schätzen und regelmäßig im „HSBC Daily Trading“ anwenden. Schließlich stellt die Verknüpfung unterschiedlicher Zeitebenen einen der elementaren Vorteile der Technischen Analyse dar. Auch im 6-Monats-Chart liegt eine bemerkenswerte Kerzenkombination vor (siehe Chart). Zunächst lässt sich hier das „Hammer“-Umkehrmuster von 2022 noch klarer erkennen.
Mega „bullish engulfing“
Was aber wirklich ins Auge sticht, ist die Kerze des 1. Halbjahres 2025. Es handelt sich nicht nur um einen dynamischen weißen Block, sondern um ein sechsfaches „bullish engulfing“. Das heißt, die Körper der sechs vorangegangenen Halbjahreskerzen werden umschlossen (siehe Chart)! Letztlich ist dieses Candlestickmuster ein echtes „Statement“ und unterstreicht die langfristige Trendwende. In diesem Kontext müssen wir nochmals auf die Marke von 1,12 USD zurückkommen. Schließlich diente diese als „game changer“ in Form der Nacken - linie einer Bodenbildung. Abgeleitet aus deren Höhe ergibt sich ein kalkulatorisches Kursziel im Bereich von 1,23 USD. Interessanterweise harmoniert dieses Anlaufziel bestens mit den Hochpunkten von 2021 bzw. 2020. Obwohl wir die Bedeutung des 1,12er-Levels zur strategischen Absicherung bereits hinreichend gewürdigt haben, wird dieser durch das 61,8 %-Fibonacci-Retracement des Abwärtsimpulses von 2021/22 (1,1274 USD) bzw. die 38,2 %-Korrektur der Baissebewegung von 2014 bis 2022 (1,1237 USD) noch zusätzlich untermauert. Unterhalb dieser absoluten Kernunterstützung stellt die ehemalige Abwärtstrendlinie seit 2008 (akt. bei 1,1034 USD) einen weiteren Rückzugsbereich dar.
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Wie man es dreht und wendet: Immer die gleichen Chartmarken!
EUR/USD (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Da ein Bruch der Bastion bei gut 1,12 USD einem echten charttechnischen Nackenschlag gleichkäme, können Anlegerinnen und Anleger die Tragweite dieses Stresslevels unter dem Blickwinkel eines aktiven Money Managements gar nicht hoch genug einschätzen. „Nicht alles, was zählt, kann gezählt werden, und nicht alles, was gezählt werden kann, zählt.“ Im Sinne dieses Zitats von Albert Einstein verzichten wir auf die Analyse des Quartalscharts. Stattdessen kommen wir gleich zum Monatschart des Währungspaars EUR/USD. Jedes Luftholen oberhalb der Marke von 1,12 USD ist als grundsätzlich konstruktiv einzustufen. Die wichtigste Aufgabe des Technikers ist es, Anlegerinnen und Anleger auf die „richtige“ Seite des Trends zu bringen. Anders ausgedrückt: Es gilt durch Lesen der Spuren im Kursverlauf, ein Engagement entgegen des übergeordneten Trends unbedingt zu verhindern. Dank des langfristigen Ab wärtstrendbruchs (auf Monatsbasis akt. bei 1,1132 USD) sowie der vorliegenden Bodenbildung hat 2025 ein entscheidender Regimewechsel zugunsten der europäischen Einheitswährung stattgefunden. Auf dem Weg zum Kursziel bei 1,23 USD stecken die 200-Monats-Linie (akt. bei 1,1960 USD) sowie die 38,2 %-Korrektur der gesamten Abwärtsbewegung von 2008 bis 2022 (1,2019 USD) wichtige Etappenziele ab.
Jahres-Pivotpunkte: Fixsterne im TA-Universum
Zur Bestätigung der wichtigsten Chartmarken 2026 haben wir noch einen weiteren (charttechnischen) Pfeil im Köcher: Traditionell berechnen wir in unserem Jahresausblick sogenannte Pivotpunkte. Vereinfacht lassen sich aus dem Hoch-, dem Tief- und dem Schlusskurs der Vorperiode durch Durchschnittsbildung neuralgische Punkte für die Folgeperiode ableiten. Besonders aktive Trader wissen die Bedeutung dieser Durchschnittskurse als zukünftige Widerstands- bzw. Unterstützungsmarken zu schätzen! Aus unserer Sicht verdienen die Jahres- Pivotpunkte eine gesonderte Erwähnung, wenn sie mit anderen technischen Marken zusammenfallen. An dieser Stelle sollten Investorinnen und Investoren hellhörig werden, denn der Mittelwert aus dem Hoch-, dem Tief- und dem Schlusskurs von 1,1224 USD (Stand: 02.12.2025) dürfte ein vielzitiertes „Déjà-vu“ hervorrufen. Aber auch der aus diesem Durchschnitt abgeleitete Pivot-Widerstand (1,2305 USD) besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Schließlich ist er das dritte technische Kriterium, welches die Bedeutung dieses Anlaufziels unterstreicht. Pivot-Analyse at its best! Ansonsten besteht die Auffälligkeit, dass die objektiv zu ermittelnden Jahres- Pivotpunkte für 2026 aufgrund des Vola-Impulses des zu Ende gehenden Jahres recht weit auseinanderliegen.
EUR/USD – Jahres-Pivotpunkte

Quelle: LSEG, HSBC; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Saisonalität: 2. Jahreshälfte als Trendbeschleuniger
USD/EUR in US-Zwischenwahljahren (saisonaler Chart)

Quelle: macrobond, HSBC; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Bei der abschließenden Beurteilung der Perspektiven des Währungspaars darf die Analyse zyklischer Einflussfaktoren nicht fehlen. Angelehnt an den US-Präsidentschaftszyklus untersuchen wir deshalb das typische FXAblaufmuster in Zwischenwahljahren der USA. Dabei stellen wir die Entwicklung aus Sicht des US-Dollars dar. Das Wichtigste vorweg: Der Faktor „Saisonalität“ passt 2026 zum neuen EUR-Aufwärtstrend. Gemessen am typischen Verlauf von US-Zwischenwahljahren startet der Greenback zwar freundlich ins neue Jahr, doch wird schon bald ein zyklisches Hoch ausgebildet. Auf einen ersten USD-Abwärtstrend bis Anfang Mai folgen erneute Kursavancen des Greenback, sodass im Juni nochmals die Jahresauftaktnotierung überschritten wird. Letztlich gestaltet sich das erste Halbjahr als volatiles Nullsummenspiel, ehe sich die US-Valuta in der zweiten Jahreshälfte dann mit einem deutlichen saisonalen Gegenwind konfrontiert sieht (siehe Chart). Ein erneuter USD-Schwächeanfall ab Ende November sorgt in der historischen Betrachtung sogar für einen Schlusskurs auf Jahrestief. Zudem fallen 8 von 13 US-Zwischenwahljahre aus USDSicht negativ aus. Die Zyklik könnte also helfen, das oben genannte Kursziel bei 1,23 USD im Jahresverlauf 2026 zu erreichen.
USD-Index: Zusätzliche Orientierungshilfe
Da wir bei der saisonalen Betrachtung den Blickwinkel bereits umgekehrt haben, behalten wir diese Perspektive bei und kommen im nächsten Schritt zur Analyse des USD-Index. Dieser spiegelt die Entwicklung des Greenback im Vergleich zu den sechs wichtigsten Handelswährungen EUR, GBP, JPY, CHF, CAD und SEK wider. Der Anteil des Euro an diesem Währungskorb beträgt knapp 58 Prozent. Auch hier liefert der langfristige Jahreschart wichtige Erkenntnisse. Anders als beim EUR/ USD-Kursverlauf wurden hier die jüngsten beiden „inside years“ noch nicht aufgelöst. Im Gegenteil: Es steht ein dritter Innenstab in Folge zu Buche (siehe Chart). Das heißt, der USD-Index verblieb in den letzten drei Jahren innerhalb der Leitplanken von 2022. Die damalige Jahreskerze setzt somit ganz wichtige Grenzen bei 115 bzw. 95 Punkten. Abseits der beschriebenen Innenstäbe fördert die Analyse des Jahrescharts noch ein weiteres Detail zutage: Isoliert betrachtet bildet die 2025er-Kerze ein scharfes „reversal“ in Form eines „bearish engulfing“, welches den vorangegangenen Spurt über die Hochs von 2016/17 bei 104 Punkten sowie zwei unterschiedliche Fibonacci-Retracements (105/104 Punkte) negiert. Aus Sicht der US-Valuta ein durchaus ernstzunehmender Nackenschlag.
USD-Index (Jahreschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
USD-Index: Damoklesschwert Doppeltop
USD-Index (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Das schwierige Fahrwasser, in dem sich der USD-Index befindet, dokumentiert auch der Monatschart. Seit dem Frühjahr pendelt der Währungskorb zwar um die 90-Monats-Linie (akt. bei 100 Punkten), doch übergeordnet lastet das Damoklesschwert Doppeltop auf der Kursentwicklung (siehe Chart). Rein rechnerisch ergibt sich aus dessen Höhe ein kalkulatorisches Abschlagspotenzial von 10 Punkten. Deshalb gilt es im neuen Jahr vor allem, den Aufwärtstrend seit 2011 (akt. bei 98 Punkten) zu beachten. Einen Bruch dieser Trendlinie definieren wir als entscheidenden Taktgeber für eine Fortsetzung der jüngsten USD-Schwäche. Über das Jahrestief von 2025 bei 96 Punkten und die untere Leitplanke der angeführten Innenstäbe auf Jahresbasis (95 Punkte) dürfte der Weg dann bis zur 200-Monats-Linie (akt. bei 92 Punkten) führen. Das Kursziel aus dem vorliegenden Doppeltop lässt sich sogar auf rund 90 Punkte taxieren. Aber auch in Sachen Stoppmanagement liefert der aktuelle Kursverlauf eine wichtige Orientierungshilfe. Schließlich würde eine nachhaltige Rückkehr in dreistelliges Kursterritorium das oben genannte Doppeltop negieren. Letztlich lohnt 2026 der Blick auf den USD-Index besonders, denn er könnte sich zu einer Art Frühwarnsystem im FX-Bereich entwickeln.
CoT-Daten: Commercials wechseln die Seite – pro Euro
Mit anderen Worten: 2026 kommt es im Verlauf des USD-Index möglicherweise zu einer früheren Richtungsentscheidung – vermutlich auch früher als bei EUR/USD selbst. Im Rahmen unserer ganzheitlichen Betrachtung des Währungspaars blicken wir als Letztes auf den Commitment of Traders-Report. Die wöchentlich von der US-Aufsichtsbehörde CFTC publizierten Daten eröffnen Anlegerinnen und Anlegern nochmals einen anderen Blickwinkel auf das Währungsgeschehen. Die großen Marktteilnehmer, die sogenannten Commercials, verfügen oftmals über das „glücklichere Händchen“ und liefern somit regelmäßig eine wertvolle Orientierungshilfe. In diesem Jahr gilt es zu beachten, dass aufgrund des längsten Shutdowns der Historie die Daten derzeit lediglich nach und nach veröffentlicht werden. Der letzte Datenpunkt stammt vom 21. Oktober. Die erste EURNetto- Longposition seit Langem war der Nährboden der Euro-Rally in diesem Jahr. Aktuell verfügen die „Commercials“ aber wieder über eine recht hohe EUR-Shortposition. Per saldo stellt die beschriebene Positionierung „pro Greenback“ ein Gegengewicht zur konstruktiven Chartlage des Währungspaars EUR/USD sowie zum zyklischen, saisonalen Gegenwind des kommenden Jahres dar.
CFTC-Daten EUR/USD (Wochenchart)

Quelle: macrobond; CFTC; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
Schlussplädoyer
EUR/USD Ablaufplan 2026 (Monatschart)

Quelle: LSEG, tradesignal; Stand: 08.12.2025; 5-Jahreschart am Artikelende. Diese Angaben sind kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.**
„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen.“. Bei unserer EUR/USD-Prognose halten wir es in diesem Jahr ein wenig mit diesem Zitat, welches abwechselnd Mark Twain, Karl Valentin, Niels Bohr oder auch Winston Churchill zugeschrieben wird. Wir glauben an die Macht der Trends – in diesem Fall besser gesagt, an die Macht des Trendbruchs! Schließlich ist es alles andere als alltäglich, dass seit dem Jahr 2008 bestehende Trends gebrochen werden. Deshalb gehen wir von einem neuen EUR-Aufwärtstrend mit dem Anlaufziel bei 1,23 USD aus. Aufgrund der saisonalen Rahmenbedingungen dürfte es dem Währungspaar in der zweiten Jahreshälfte tendenziell leichter fallen, dieses Kursziel abzuarbeiten. Als „Katastrophenstopp“ ist dagegen die Marke von 1,12 USD prädestiniert. Oberhalb des Mehrjahreshochs bei 1,2555 USD beginnen unseres Erachtens die echten Überraschungspotenziale – spätestens ab diesem Niveau bekommt der ehemalige US-Finanzminister John Connally endgültig Recht. Wie immer gilt auch 2026: „make or break!“ Beides werden wir im „HSBC Daily Trading“ kommunizieren und dort auch unterjährig die wichtigsten Schaltstellen aufzeigen. Es lohnt sich also, unserem Newsletter und unseren Webinaren etc. zu folgen.
Dieses Dokument wurde von der HSBC Continental Europe S.A., Germany ("HSBC Deutschland") erstellt. Es dient ausschließlich der Information und darf ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung von HSBC Deutschland nicht an Dritte weitergegeben werden.
Das Dokument ist ein Marketinginstrument. Die gesetzlichen Anforderungen zur Unvoreingenommenheit von Finanzanalysen sind nicht eingehalten. Ein Verbot des Handels der besprochenen Finanzprodukte vor der Veröffentlichung dieser Darstellung ("Frontrunning") besteht nicht. Auch ersetzt das Dokument keine an den individuellen Anforderungen ausgerichtete fachkundige Anlageberatung. Ein Zeichnungsangebot ist hiermit ebenfalls noch nicht verbunden.
Das Dokument richtet sich nur an Personen, die ihren dauerhaften Wohnsitz/Sitz in Deutschland oder Österreich haben. Es ist nicht für Empfänger in anderen Jurisdiktionen und insbesondere nicht für US-Staatsbürger bestimmt.
Eventuell gemachte Angaben zur historischen Wertentwicklung (einschließlich Simulationen) sowie Prognosen über eine künftige Wertentwicklung der dargestellten Finanzprodukte/Finanzindizes sind kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Soweit die besprochenen Finanzprodukte in einer anderen Währung als EUR notieren, kann die Rendite aufgrund von Währungsschwankungen steigen oder fallen.
Die steuerliche Behandlung eines Investments hängt von den persönlichen Verhältnissen des Investors ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein. Die in diesem Dokument gegebenen Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, jedoch keiner neutralen Prüfung unterzogen haben. Wir übernehmen keine Gewähr und keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen.
Die Basisprospekte sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier. Durch Eingabe der jeweiligen WKN in das Suchfeld oder über den Reiter „Produkte“ gelangen Sie zu der Einzelproduktansicht. Dort können unter „Downloads“ die entsprechenden Endgültigen Bedingungen zu den einzelnen Produkten, die die für das jeweilige Wertpapier allein geltenden Angebotsbedingungen inklusive der maßgeblichen Emissionsbedingungen enthalten, sowie die relevanten Basisinformationsblätter, abgerufen werden. Die Basisinformationsblätter erhalten Sie ebenfalls vom Emittenten über www.hsbc-zertifikate.de/emittent.
Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers.
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In diesem Artikel erwartet Sie:
- Die bisherigen Performances des DAX® im Januar
- Die bisherigen Monatsrenditen vom DAX® im Januar
- Der besten und schlechtesten DAX®-Januar-Monate
- Die besten und schlechtesten DAX®-Januar-Tage
- Die Verteilung der DAX®-Januarrenditen
- Die Januar-Volatilitäten im Vergleich
Liebe Leserinnen und Leser der HSBC Marktbeobachtung,
wie bereits aus vergangenen Ausgaben bekannt, widmen wir uns auch in dieser der Verhaltensanalyse des DAX® in einzelnen Monaten seit seiner Einführung im Juli 1988. In dieser Ausgabe blicken wir genauer auf die Januar- Historie. Was könnte uns zum Jahresstart erwarten?
Klassischerweise betrachten wir zu Beginn erneut einen hypothetischen Marktteilnehmer, der ausschließlich im Januar investiert war. Dabei beleuchten wir, welche Rendite er mit dieser Strategie erzielt hätte. Die zugrunde liegende Methodik bleibt unverändert: Der Ausgangspunkt ist der Schlusskurs des Vormonats, sprich der Dezember. Der letzte Tagesschlusskurs des Januars markiert wiederum das Ende der Performanceberechnung des jeweiligen Jahres. Die Datengrundlage bilden die Jahre 1988 bis 2025.
In der Grafik „DAX®-Januar-Performance“ zeichnet sich ein interessantes Bild ab. Während von 1988 bis zum Anfang des Jahrtausends ein eindeutiger und starker Basisaufwärtstrend zu beobachten ist, ergibt sich danach ein anderer Verlauf. Ab dem Jahr 2003 bewegte sich die Performance bis 2010 größtenteils abwärts. Insbesondere die Krisenjahre 2007/08 haben stark dazu beigetragen, dass bis zum Jahr 2010 beinahe die gesamte Performance seit Aufzeichnungsbeginn zurückgesetzt wurde. Im Anschluss feierte der DAX® in den Januar-Monaten jedoch erneut sein Comeback, sodass der hypothetische Investor nun bei rund 40 % Rendite gelandet wäre.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
In der folgenden Grafik veranschaulichen wir die Januar- Performances für die einzelnen Jahre gesondert, wobei die Auf- und Abwärtsphasen deutlich werden. Bis einschließlich 2007 waren etwa 2/3 der Januar-Monate positiv. Durch die Weltfinanzkrise, welche im Jahr 2007 begann, wurde deren Performance jedoch fast gänzlich neutralisiert. In diesem Zeitraum verzeichnete der DAX® mit etwa minus 15 % seine historisch schlechteste Performance. Im Jahr 2012 gelang dem DAX® jedoch ein Comeback, als er mit rund 9 % seine bisher beste Wertentwicklung erzielte. Seit der Finanzkrise konnte der DAX® im Januar insgesamt in mehr als 55 % der Fälle eine positive Rendite erzielen und gibt den Anlegern somit Rückhalt.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Bisher haben wir nur betrachtet, wie sich die einzelnen Monate entwickeln. Im Folgenden steigen wir jedoch tiefer ein und analysieren die einzelnen Tage der Januar- Monate. Zunächst untersuchen wir die Wochentage und ermitteln jeweils den historisch besten sowie den schlechtesten Monat in der Geschichte des DAX®. Die Ergebnisse werden in den folgenden Grafiken dargestellt:

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Anhand der Extremwerte der Renditen je Wochentag lässt sich die historische Schwankungsbreite besser nachvollziehen. Über allem thront der Montag mit Extremwerten von +5,7 % bzw. -7,2 %. Das genaue Gegenteil folgt direkt darauf am Dienstag. Mit einer Schwankungsbreite von gerade einmal -2,6 % bzw. +2,4 % stellt er sich als historisch besonders schwankungsarm heraus.

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist
kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
Die obige Grafik beschreibt, wie häufig die Tagesrendite in bestimmten Intervallen lagen. Insbesondere fallen die Intervalle für die Tagesrenditen von 0,5 % bis 1,0 % sowie von 1,0 % bis 1,5 % auf. Allein in diesen beiden Bereichen liegen 40 % aller Tagesrenditen in der gesamten Geschichte. In seiner Gesamtheit fallen etwa 53,71 % aller Handelstage im Januar positiv aus. Das heißt, dass 427 aus 795 Tagen positiv waren.
Abschließend betrachten wir wie gewohnt die historische Volatilität des DAX® und vergleichen sie mit der Volatilität des Januars. Die schwarze Säule gibt die Gesamtvolatilität des DAX® an, während die hellgraue Säule die historische Volatilität des Januars angibt. Diese prägt sich ein wenig geringer aus als die Gesamtvolatilität des DAX®. Entsprechend folgt, dass die DAX®-Volatilität ex Januar höher ausfällt (mittlere Säule).

Quelle: Eigene Berechnung auf Basis von LSEG-Daten. Die Wertentwicklung in der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für die Wertentwicklung in der Zukunft.
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Quelle: Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse bei HSBC Deutschland
Wie bist du damals zum Thema Börse gekommen?
Durch das gute alte Börsen-Planspiel. In den 90ern habe ich Charts noch per Hand gezeichnet (vor allem Point & Figure), parallel zum Studium die CFTe-Ausbildung gemacht und sogar meine Diplomarbeit über Technische Analyse geschrieben. Spätestens da war klar: Mein Weg war gezeichnet – im wahrsten Sinne des Wortes.
Wenn du auf 20 Jahre Daily Trading zurück blickst – was hat sich aus deiner Sicht am meisten verändert?
Ganz klar: die Informationsmöglichkeiten. Was früher nur Profis vorbehalten war, kann heute jeder mit ein paar Klicks abrufen. Die Kunst ist mittlerweile weniger „finden“ als „filtern“. Es gibt alles – nur nicht alles ist relevant.
Lagst du mit einer Analyse schon mal so richtig daneben?
In jedem Fall! Erfahrung ist die Summe aller Irrtümer – in 20 Jahren habe ich einige Erfahrungen gesammelt 😉. Doch auch dabei helfen Charts, denn die Kursverläufe liefern nicht nur Hinweise auf die Kursziele nach oben, sondern geben oftmals auch klare Stop-Loss-Marken mit auf den Weg.
Was sind für dich die wichtigsten Grundpfeiler einer guten Chartanalyse?
Möglichst viele unterschiedliche Verfahren zusammenzufügen, denn der Techniker sucht immer nach sich bestätigenden Argumenten. Noch wichtiger: Anlegern klare Absicherungsmarken mitzugeben. Schließlich ist Geldanlage/ Trading kein Sprint, sondern eher ein Marathon – wer gewinnen will, muss auch bei km 40 noch auf der Strecke sein. Heißt konkret: Auch nach einer Durststrecke müssen Anleger noch in der Lage sein, den nächsten Trade zu machen.
Nach 20 Jahren Chartanalyse, welchen Tipp würdest du Neulingen in der Charttechnik mitgeben?
Informiert euch – lest alles, was ihr in die Finger bekommt. Eure Lernkurve wird es euch danken. Die tägliche Lektüre des „Daily Trading“ ist dabei ein Anfang.
Hast du einen „Lieblingswert“?
Nein – ich halte mich da streng an Peter Lynch: „Verliebe dich nie in eine Aktie.“ Aktuell stehen z. B. Defence-Titel und die Technologietitel im Fokus, früher gab es den „home bias“ und während der Corona-Pandemie den Trend um die Impfstoffhersteller – will sagen, in den letzten 20 Jahren haben die Favoriten regelmäßig gewechselt.

Quelle: Jörg Scherer, 2008
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Wenn du nur noch ein einziges Verfahren der Technischen Analyse nutzen dürftest – welches wäre es?
Ganz klar: Momentum/Relative Stärke. Gewinner bleiben Gewinner – diese Annahme ist nah am Markenkern der Technischen Analyse, wonach der einmal etablierte Trend sich fortsetzen wird. Diese These wird durch meine eigenen Tests und Auswertungen ebenfalls bestätigt.
Was motiviert dich nach 20 Jahren immer noch jeden Tag zur Chartanalyse?
Jeder Tag ist anders, da sich auch die Märkte stetig verändern. Was den Job aber wirklich ausmacht, sind die Begegnungen mit vielen tollen Menschen, die ich im Rahmen meiner Tätigkeit treffen darf. Auch nach 20 Jahren ein absoluter Traumjob.
Erstellst du deine Analysen mit einem rein rationalen Blick oder hat es auch etwas mit dem „gewissen Bauchgefühl“ zu tun?
Gerade im Bereich der Charttechnik fließen auch subjektive Komponenten wie auch „Erfahrungen“ mit ein. Ich versuche aber auch immer wieder, objektive Auswertungen einfließen zu lassen, um den Ermessensspielraum zu reduzieren. Oftmals bieten sich jedoch die besten Gelegenheiten, wenn beides zusammenkommt.
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Am 22. November 2005 erschien die erste Ausgabe des HSBC Daily Trading. Damals war der Blick noch klar auf den DAX® gerichtet, der bei rund 5.171 Punkten notierte. Der Euro-BUND-Future war ein fester Bestandteil des Daily Trading und Gold näherte sich gerade der Marke von 500 US-Dollar. Was als kompakter morgendlicher Marktkompass begann, ist heute für viele ein fest verankerter Bestandteil des Anlegeralltags geworden.
In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat das Daily Trading Boomphasen begleitet und echte Krisen durchschritten: die historische Finanzkrise 2008, die europäische Schuldenkrise, die turbulenten Folgen von Fukushima, den abrupten Frankenschock Anfang 2015, den Corona-Crash und die gewaltige Erholung danach, die Zinswende – bis hin zur Ära der Künstlichen Intelligenz, die ab 2025 das Tempo an den Märkten neu definiert. Börse ist Wandel. Und das HSBC Daily Trading war stets mittendrin.
Auch die Chartanalyse selbst hat in dieser Zeit einen enormen Entwicklungsschub erfahren. Wo früher Linien, klassische Formationen und ein überschauba res Set an Indikatoren dominierten, fließen heute automa tisierte Modelle, Sentimentdaten, Marktbreite und moderne Data-Tools in die tägliche Arbeit ein. Und doch blieb der Kern derselbe: Kurs – Zeit – Trend. Entscheidend ist nicht die Masse an Informationen, sondern deren klare Einordnung. Jeden Morgen beginnt alles mit einem leeren Chart, dem Prüfen der Marken, dem Filtern der Signale – und der Frage: Was zählt heute wirklich?
Quelle: Erste Ausgabe vom Daily Trading am 22.11.2005

Rund 4.400 Ausgaben

Fast 13.200 Analysen

Etwa 20.000 Leserinnen und Leser
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Dass dieser Kompass seit 20 Jahren so präzise ausgerichtet bleibt, ist vor allem einem zu verdanken: Jörg Scherer. Sein Credo lautet: „Trading ist kein Sprint, eher ein Marathon.“ Und genau diesen langen Atem hat er eindrucksvoll bewiesen. Rund 4.400 Ausgaben mit insgesamt fast 13.200 Analysen hat er verfasst – für inzwischen etwa 20.000 Leserinnen und Leser, die börsentäglich auf seine Analysen vertrauen. Doch beim Daily Trading allein blieb es nicht: Jahres- und Quartalsausblicke, Podcasts, Live-Webinare und Social-Media- Analysen erweitern heute das Spektrum und machen viele Trends früh sichtbar. Mit Ruhe, Disziplin und einer außergewöhnlich klaren Sprache übersetzt Jörg Scherer komplexe Marktbewegungen in Orientierung – Tag für Tag. Und auch künftig liefert er verlässliche Marken, präzise Einschätzungen und klare Einordnung in einem Markt, der schneller, komplexer und globaler ist als je zuvor.
Doch dieses Format lebt nicht nur von Charts, Trends und Wendepunkten, sondern vor allem von den Menschen dahinter: vom Team, das seit 20 Jahren zuverlässig für Analyse, Layout und Versand sorgt. Und vor allem von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, die dieses Jubiläum möglich machen – und denen wir jeden Morgen ein Stück mehr Klarheit in den Märkten bieten möchten.
20 Jahre Daily Trading – und wir freuen uns auf die nächsten 20 mit Ihnen!
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Eventuell gemachte Angaben zur historischen Wertentwicklung (einschließlich Simulationen) sowie Prognosen über eine künftige Wertentwicklung der dargestellten Finanzprodukte/Finanzindizes sind kein zuverlässiger Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Soweit die besprochenen Finanzprodukte in einer anderen Währung als EUR notieren, kann die Rendite aufgrund von Währungsschwankungen steigen oder fallen.
Die steuerliche Behandlung eines Investments hängt von den persönlichen Verhältnissen des Investors ab und kann künftigen Änderungen unterworfen sein. Die in diesem Dokument gegebenen Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig halten, jedoch keiner neutralen Prüfung unterzogen haben. Wir übernehmen keine Gewähr und keine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der hierin enthaltenen Informationen.
Die Basisprospekte sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie hier. Durch Eingabe der jeweiligen WKN in das Suchfeld oder über den Reiter „Produkte“ gelangen Sie zu der Einzelproduktansicht. Dort können unter „Downloads“ die entsprechenden Endgültigen Bedingungen zu den einzelnen Produkten, die die für das jeweilige Wertpapier allein geltenden Angebotsbedingungen inklusive der maßgeblichen Emissionsbedingungen enthalten, sowie die relevanten Basisinformationsblätter, abgerufen werden. Die Basisinformationsblätter erhalten Sie ebenfalls vom Emittenten über www.hsbc-zertifikate.de/emittent.
Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers.
Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.
In diesem Artikel erwartet Sie:
- Fundamentale Daten zu den Edelmetallen Gold und Silber
- Statistiken zur globalen Nachfrage an Gold gedeckte ETFs
- Regionale Unterschiede der Goldnachfrage
- Ein kleiner Ausblick auf weitere preisbeeinflussende Faktoren, abgesehen von Angebot und Nachfrage
- Eine Analyse zur globalen Marktbalance von Silber
- Das Verhältnis zwischen Gold und Silber anhand des Gold/Silber-Ratios
Gold: Was für ein glänzendes Jahr
Wie hoch ist die globale Nachfrage wirklich?
Die mit Gold gedeckten ETFs (Exchange Traded Funds) sind eine wichtige Quelle der Goldnachfrage von institutionellen und privaten Anlegern. Das World Gold Council ermöglicht mittels eines umfassenden Datensatzes, der über 100 physisch besicherte Gold-ETFs weltweit abdeckt, eine Analyse der globalen Goldnachfrage. Anhand der Zu- und Abflüsse der Gold-ETFs im Oktober ist eine Verschiebung der ETF-Nachfrage von Europa nach Asien ersichtlich. Seit Mai verzeichnete Europa fünf Monate lang positive Zuflüsse in mit Gold gedeckte ETFs, wohingegen diese Serie im Oktober gebrochen wurde. In der Zeitspanne vom 20.10.2025 bis zum 31.10.2025 hat Europa rund 43,1 Tonnen Gold in Form von ETFs abgestoßen. Hauptsächlich waren Großbritannien und Deutschland für diese Abflüsse verantwortlich. Nach einer starken Rally verewigten sich diese Gewinnmitnahmen auch im Goldchart und drückten den Goldpreis für diesen Zeitraum nach unten. Trotz der höheren ETF-Abflüsse aus Europa konnten die globalen ETF-Zuflüsse im Oktober erneut um etwa 55 Tonnen steigen. Verantwortlich dafür ist die weiterhin starke Nachfrage nach ETFs in Nordamerika sowie die deutlich gestiegene Nachfrage in Asien, die sich im Vergleich zum September mehr als verdoppelt hat. Im asiatischen Raum positionierte sich vor allem China in Gold-ETFs, gefolgt von Japan und Indien. Es kam somit im Oktober zu einer Umschichtung der Gold- ETF-Nachfrage von Europa nach Asien (Daten: 14.11.2025, Abgerufen am: 20.11.2025).

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten des World Gold Councils und LSEG, Stand: 14.11.2025

Globaler Gold-ETF Bestand:
rund 3.892,65 Tonnen
(Stand: Oktober 2025)

Einjähriges Bestandanstieg
um etwa 20,9 %
(Quelle: LSEG, Stand: 25.11.2025)

Jahreszuwachs des Goldpreises
von fast 55 %
(Quelle: LSEG, Stand: 25.11.2025)
Des Weiteren wird anhand des jährlichen Gold-ETFBestands der starke Anstieg in diesem Jahr ersichtlich. Im Jahr 2024 lag der globale Bestand an Gold, welcher durch ETFs gedeckt wurde, noch bei 3.218,83 Tonnen. Im Oktober 2025 stieg dieser Bestand auf rund 3.892,65 Tonnen. Damit hat sich der Bestand in einem Jahr um etwa 20,9 Prozent erhöht. Der diesjährige Anstieg der globalen Nachfrage nach Gold-ETFs spiegelt sich in einem Jahreszuwachs des Goldpreises von etwa 55 Prozent wider (Quelle: LSEG, Stand: 25.11.2025).

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten des World Gold Councils und LSEG, Stand: 14.11.2025
Weitere preisbeeinflussende Faktoren für Gold und Silber werden weiterhin die geopolitischen Risiken, der Dollarwert als Währungspendant und insbesondere die Zinsentscheidung der Federal Reserve (Fed) sein. Typischerweise profitieren die sicheren Häfen Gold und Silber von Krisenzeiten, einem sinkenden Dollarwert und niedrigen Zinsniveaus.
Ferner wollen wir ein Augenmerk auf die Bilanzsumme der Fed werfen, welche ebenfalls einen beeinflussenden Faktor für die Rohstoffe und weitere Anlagen darstellt. Berichten von Bloomberg zufolge soll die Fed den Abbau ihrer Bestände an US-Staatsanleihen ab Dezember stoppen. Das würde eine Stabilisierung der Bilanzsumme bei rund 6,5 Billionen USD ermöglichen und potenziell künftig wieder eine Phase der geldtechnischen Ausweitung einläuten, um die Liquidität zu erhöhen. Mehr Liquidität geht in der Regel mit vermehrtem Interesse an Investitionen einher, wovon auch Gold und Silber profitieren könnten.

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten des Board of Governors of the Federal Reserve System (US) via FRED®, Stand: 21.11.2025
Silber: Wie geht es nach dem Allzeithoch im Oktober weiter?
Wie lange kann die Nachfrage das Angebot noch übersteigen?
Nicht nur der große Bruder Gold konnte in diesem Jahr eine glänzende Performance hinlegen. Auch Silber konnte sich im Jahr 2025 mit einem Jahresplus von knapp 73 Prozent als Renditejäger behaupten (Quelle: LSEG, Stand: 25.11.2025). Das Silver Institute veröffentlicht in Zusammenarbeit mit Metals Focus regelmäßig Daten zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Silbermarkt, welche wir uns nun genauer ansehen wollen. Dabei wird deutlich, dass die weltweite Nachfrage nach Silber zum fünften Mal in Folge das Angebot übersteigt. Allerdings lässt sich ebenfalls beobachten, dass das starke Missverhältnis von Angebot und Nachfrage an Silber in den letzten zwei Jahren etwas schwächer geworden ist. Das lässt sich im Vergleich zum Vorjahr einerseits durch eine leicht stagnierende Industrienachfrage erklären, die bisher für 2025 angenommen wird. Andererseits wird in diesem Jahr eine etwas steigende Minenproduktion von Silber erwartet. Dennoch bleibt das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage noch immer stark negativ, sodass eine potenzielle Stabilisierung der Marktbalance noch weit entfernt ist.

Quelle: Eigene Darstellung anhand der Daten des Silver Institutes, Stand: 21.11.2025
Anhand der Gold/Silber-Ratio lässt sich beobachten, wie viele Unzen Silber man für eine Unze Gold erhält. Sie dient als Indikator, um festzustellen, welches der beiden Edelmetalle im Verhältnis zum anderen unter- oder überbewertet ist. Hierbei lässt sich gut erkennen, dass seit April 2025 neben Gold auch Silber an Attraktivität gewonnen hat. Die Ratio fiel somit seit dem 22.04.2025 von 103,95 auf 81,82 (Stand: 21.11.2025). Folglich nähert sich die Ratio langsam dem Durchschnittsniveau, welches sich bei einem Wert von 67,94 befindet. Auffällig ist, dass sich die unteren Extrempunkte der Ratio vermehrt bei 50 finden. Falls es zu einem solchen Niveau kommen würde, könnte das eine Überbewertung von Silber gegenüber Gold indizieren.

Das Durchschnittsniveau der Gold/Silber-Ratio beträgt 67,94

Quelle: Eigene Darstellung anhand LSEG-Daten, Stand: 21.11.2025
Nachdem wir die fundamentalen Daten beleuchtet haben, stellt sich die Frage, was die Technischen Signale über die Zukunft des Edelmetallmarktes im Jahr 2026 verraten. Bestätigen die Charts die dargelegten Fakten oder bahnt sich eine Überraschung an? Jörg Scherer gibt in seinem neuesten Jahresausblick exklusive Einblicke in die entscheidenden Preisniveaus.
Dieses Dokument wurde von der HSBC Continental Europe S.A., Germany ("HSBC Deutschland") erstellt. Es dient ausschließlich der Information und darf ohne ausdrückliche schriftliche Einwilligung von HSBC Deutschland nicht an Dritte weitergegeben werden.
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