In der vergangenen Börsenwoche stand die Einführung der US-Zölle im Zentrum der Aufmerksamkeit des Marktes. Die neuen Zölle betreffen 185 Handelspartner der USA. Für alle betroffenen Länder wurden Zölle von mindesten 10 Prozent erhaben. Die EU wurde mit Zöllen von 20 Prozent belegt. Außerdem wurden Arbeitsmarkt- und Inflationsdaten aus der Bundesrepublik veröffentlicht. Auf der Unternehmensseite wurde ein Angebot für eine Übernahme der US-Sparte der Social Media Kurzvideoplattform TikTok durch Amazon bekannt. Außerdem kündigte die DHL Group den Kauft des Kurierdienstleisters Cyropdp an.
Globaler Aktienmarkt – Die Märkte im freien Fall
Der deutsche Leitindex DAX® musste in der vergangenen Woche hohe Verluste hinnehmen und steht am Freitagnachmittag etwa 7,3 Prozent im Minus. Der amerikanische Markt verzeichnete diese Woche ebenfalls Verluste. Der S&P 500® und der Dow Jones Industrial Average® verloren bis zum Donnerstagabend 5,21 Prozent bzw. 4,45 Prozent. Der letzte der drei großen US-Indizes, der NASDAQ-100 Index® notierte am Donnerstagabend 6,45 Prozent niedriger.
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US-amerikanische Zölle - Liberation Day bringt Zollhammer für die Welt
Am Mittwochabend nach amerikanischen Börsenschluss trat US Präsident Donald Trump vor die Kameras und legte die neuen Zölle der USA offen. Zunächst kündigte Trump einen Mindestzoll auf Importe von 10%. Außerdem setzte es wie angekündigt die Zollparität (reziproke Zölle) auf alle Waren um. In dieser Berechnung bezieht das Handelsministerium der USA auch anfallende Mehrwertsteuer auf die Güter mit ein. Die eingeführten Zölle betragen für China nun 34 Prozent. Einfuhren aus der Europäischen Union werden künftig mit Zöllen von 20% Prozent belegt. Trump versucht damit das Handelsdefizit der USA zu mindern. Dabei hofft er auf Investitionen in heimische Produktionsstätten und erhöhte Exporte des Landes. Auf Wochensicht verlor der S&P 500 rund 5 Prozent. Die Opec erhöhte ihre Fördermenge nach Trumps Zollankündigung überraschend. West Texas Intermediate (WTI) Light Sweet Crude Oil Futures verloren bis zum Freitagnachmittag rund 11 Prozent und notierten damit auf dem niedrigsten Stand seit 2021. Der US-Dollar wertete innerhalb der vergangenen Woche zeitweise um rund 3 Prozent ab und erreichte am Freitagnachmittag einen Stand von rund 1,1023 Euro / US-Dollar. Der VDAX-NEW® legte am Freitag bis zum Nachmittag rund 18 Prozent zu und zeigte damit die gestiegene Verunsicherung am Markt.
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Deutscher Arbeitsmarkt
Betriebe in Deutschland konnten trotz Rezession einen Rückgang beim Personalabgang verzeichnen. 2024 verzeichneten 29 Prozent der deutschen Unternehmen Personalabgänge, 2022 waren es noch 31 Prozent teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Dienstag mit.
Deutsche Inflation
Am Montag veröffentliche das Statistisches Bundesamt die neusten Inflationsdaten für Europas größte Volkswirtschaft. Die Inflationsrate sank im März leicht von 2,3 Prozent im Februar auf aktuell 2,2 Prozent. Ein Treiber der Inflation im März waren vor allem Nahrungsmittel und Dienstleistungen. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich um 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Preissteigerungen für Dienstleistungen betrugen 3,4 Prozent und damit deutlich niedriger als im Vormonat mit einer Teuerungsrate von 3,8 Prozent für Dienstleistungen. Die für die Europäische Zentralbank (EZB) besonders wichtige Kerninflationsrate sank auf 2,5 Prozent. In der Kerninflationsrate finden die Segmente Nahrungsmittel und Energie keine Betrachtung. In einer vom Münchener Ifo-Institut durchgeführten Umfrage unter Unternehmen erwarten diese in den nächsten Monaten eine Inflationsrate von über 2 Prozent.
DHL kauft US Pharma-Logistiker
Die DHL Group kauft Cyropdp und stärkt damit die Sparte DHL Health Logistics weiter. Cryopdp ist ein Anbieter von Kurierdienstleistungen im Bereich klinischer Studien, Biopharma wie auch Gen- und Zelltherapie. Die Unternehmensleitung von DHL steht aktuell unter besonders großem Druck. Bei einem Strategietag vor einigen Monaten wurde eine Auflösung des Postgeschäfts und eine Neustrukturierung von über 870 Zukäufen der letzten Jahre angekündigt. Gleichzeitig fordern einige Investoren eine Aufspaltung des Unternehmens und reine Konzentrierung auf die Logistikspalte. Das ehemalige Kerngeschäft in der Deutschen Post AG steuert aktuell nur noch rund 5 Prozent der Umsatzrendite des Unternehmens bei. Besondere Besorgnis verursacht die Briefsparte der DHL, gegen welche Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe von privaten Konkurrenten drohen, weil die Post womöglich gegen Kartellrecht verstieß.
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